Firmen im Wolfhager Land profitieren kaum von EEG-Rabatten beim Strompreis

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Umstrittene Rabatte: Der Bundestag hat die Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) beschlossen. Künftig sollen weniger Unternehmer in den Genuss der EEG-Rabatte kommen. Im Wolfhager Land profitiert bislang der Getränke-Abfüller Vitaqua aus Breuna von den Vergünstigungen beim Strompreis. Das Bild zeigt das Steinkohlekraftwerk Mehrum, Windrädern und eine Hochspannungsleitung in Hohenhameln im niedersächsischen Landkreis Peine.

Wolfhagen. Der Bundestag hat die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) verabschiedet. Demnach sollen nur noch 1600 Unternehmen einen EEG-Rabatt bekommen, bisher waren es 2100. Eines davon ist der Getränke-Abfüller Vitaqua aus Breuna.

Die Rabatte können Industrieunternehmen mit sehr hohem Stromverbrauch gewährt werden. Vitaqua genießt als einzige Firma im Wolfhager Land derzeit die Vergünstigungen bei der EEG-Umlage. Ob das so bleibt, und was ein möglicher Wegfall der Rabatte für das Unternehmen bedeuten würde - dazu wollte sich Geschäftsführer Günter Kutschera auf Anfrage der HNA nicht äußern, solange unklar sei, was passiert.

Andere Kriterien nötig 

Die Firma Energy Glas aus Wolfhagen, die sich auf die Herstellung von Isolierglas spezialisiert hat und europaweit tätig ist, profitiert nicht von den Industrie-Rabatten. Das liegt laut Hans Franke von der Unternehmensleitung unter anderem an den Förderkriterien, die sich seiner Meinung nach ändern sollten.

Er kritisiert zum Beispiel, dass Unternehmen, die überwiegend mit Leihpersonal arbeiten, nach der geltenden Art der Berechnung schneller in den Genuss der Rabatte bei der Ökostrom-Umlage kommen, als solche wie Energy Glas, die festangestellte Mitarbeiter beschäftigen würden.

Grundsätzlich befürwortet Franke die Industrie-Rabatte. Aber: Seiner Meinung nach sollten Firmen mit hohem Stromverbrauch dann von der Entlastung von der Ökostrom-Umlage profitieren, wenn sie energiesparende Produkte produzieren. „Denn sie leisten einen aktiven Beitrag“, sagt er.

Das Unternehmen rechnet laut Franke in 2014 mit Netto-Stromkosten in Höhe von 350.000 bis 400.000 Euro. Wettbewerbsnachteile gegenüber Mitbewerbern, etwa aus Polen und Frankreich, bekommt Energy Glas laut Franke durchaus zu spüren, da dort die Energiekosten deutlich geringer seien. Daher plädiert er für europaweit geltende Richtlinien, die die Energiepreise für die Wirtschaft einheitlich regeln.

Stehen im Wettbewerb 

Auch das Wolfhager Präge- und Stanzunternehmen Maschinenbau Werner, dessen Hauptgeschäft im Bereich der Automobilindustrie liegt, bekommt keine Vergünstigungen bei der EEG-Umlage. Geschäftsführer Nayazi Karahan hält die Industrie-Rabatte aber für sinnvoll, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

 Von Meike Schilling

Quelle: HNA

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