Bestand in Schwalm und Wiera wurde untersucht – Spezialboot war im Einsatz

Fische, nur kurz verwirrt

Fischzählung in der Schwalm: Karl Schwebel (links) und Kai Hanig untersuchten den Bestand. Foto: Haaß

Ascherode. Eine Art Volkszählung mussten die Fische der Schwalm und der Wiera am Samstag über sich ergehen lassen. Dazu reiste eigens ein Team des Verbands Hessischer Fischer aus Südhessen mit dem Spezialboot Forelle an. Mithilfe elektrischen Stroms wurden die Wasserbewohner kurz betäubt und dann von Kai Hanig und Karl Schwebel erfasst. Auch der Hessische Rundfunk hatte sich angekündigt und filmte die Bestandsuntersuchung für die abendliche Hessenschau.

Durch die Fischbestandsuntersuchung erhofften sich die Mitglieder des Sportfischerverein Schwalm Treysa eine Bestandsaufnahme der Fische in den beiden Gewässern um zukünftigen Fischbesatz besser planen zu können.

Letztmals erfolgte eine wissenschaftliche Bestandsuntersuchung 2002. Seitdem ist viel Wasser die Schwalm heruntergeflossen. „Wir benötigen die Daten, um zu klären, wie seltener Fischbestand gefördert werden kann. Bei der Wiera möchten wir speziell herausfinden, wie sich der Bestand nach der Renaturierung entwickelt hat“, sagte der Gewässerwart des Vereins Karsten Kalweit.

Man habe zwar einen durchaus guten Fischbestand in der Schwalm, aber gerade bei den Kleinfischarten könne man bislang nur mutmaßen, so Kalweit weiter: „Ein guter Bestand der Nase wäre ein kleiner Schatz.“

Kescher mit Batterie

Um das herauszufinden, kam statt der sonst üblichen Angel, Strom zur Anwendung. Vorsichtig hielt Karl Schwebel den mit einer starken Batterie verbundenen Kescher in das an diesem Tag 14,8 Grad kalte Wasser der Schwalm. „Der Kescher ist die Anode, das Boot die Kathode. Bei dem Verfahren nutzen wir bis zu 500 Volt Gleichstrom“, erklärte sein Kollege Hanig.

Dort wo Fische mit dem elektrischen Feld in Berührung kommen, steigen sie augenblicklich zur Wasseroberfläche und konnten bewertet und gezählt werden. Während der Prozedur durfte sich niemand in der Nähe des Bootes im Wasser befinden. „Die von uns genutzte Spannung kann auch für Menschen gefährlich sein“, warnte Kai Hanig.

Die Fische überstanden die Zählung augenscheinlich ohne Folgeschäden. Sobald die Bootsbesatzung den Strom abgeschaltet und die Wasserbewohner wieder in die Freiheit entlassen hatte, drehten die Fische noch leicht verwirrt ein paar Runden und entschwanden dann in den Tiefen der Schwalm.

Nach knapp vier Stunden Elektrobefischung konnte Karsten Kalweit am frühen Samstagnachmittag eine erste positive Bilanz ziehen. Man habe zwar weniger Fische gesehen als erwartet, dies sei aber der Technik und den Bedingungen in der Schwalm geschuldet.

Von Rotaugen, über Nasen bis hin zu Hechten sei in den stichprobenartig überprüften Abschnitten eine große Vielfalt entdeckt worden, freute sich der Gewässerwart: „In der Wiera haben wir sogar junge Barben entdeckt.“

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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