Bau der Felsberger Ortsumgehung gerät ohne Wiesenverkauf der Eigentümer in Böddiger ins Stocken

Flächenkauf liegt noch auf Eis

In Schnee und Eis: So zäh wie die Natur im Winter rund um die Felsburggestalten sich die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern entlang der Ems in Böddiger Archivfoto:  Schmidt/nh

Felsberg. Die Trassenführung für die Ortsumgehung Felsberg steht, die 6,2 Hektar große Fläche hat das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Kassel dafür im Auftrag des Landes gekauft. Auch hält das Land das Geld für den Bau bereit. Doch so lange nicht klar ist, wo der wegen Hochwassergefahr und der Asphaltierung nötige Flächenausgleich erfolgt, wird mit dem Bau nicht begonnen.

Derzeit steht und fällt alles mit der Verkaufsbereitschaft von Grundstückseigentümern in Böddiger entlang der Ems. Das Amt für Bodenmanagement habe mit den Eigentümern gesprochen, ebenso Mitarbeiter der Felsberger Stadtverwaltung, berichtete Bürgermeister Volker Steinmetz. Es sei nicht einfach, und es sei viel Überzeugungsarbeit zu leisten, sagte er.

Nur freiwilliger Verkauf

Denn: Enteignungen wird es nicht geben, ein Verkauf erfolge nur auf freiwilliger Basis. Das bestätigt auch der Sprecher des ASV, Reinhold Rehbein. Zwei Eigentümer hätten verkauft. „Das sind aber nur wenige.“ Doch ohne die anderen geht es nicht.

Dabei wäre aus Sicht der Stadt der Flächenausgleich an der Ems ideal. Damit würden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Wegen der Wasserrahmenrichtlinie sei die Stadt ohnehin verpflichtet, auf eigene Kosten am Bach Korrekturen vorzunehmen. Wenn aber dort das Land Hessen den Flächenausgleich umsetzt, dann zahle auch das Land diese Arbeiten. Steinmetz: „Das wäre eine Ersparnis für die Stadt.“

In der Novembersitzung des Parlaments war beschlossen worden, nach einer Alternative für Böddiger zu suchen - irgendwo zwischen Lohre und Brunslar, doch nur bei Böddiger seien die Flächen aus wasser- und naturschutzrechtlicher Sicht optimal, beispielsweise weil Hochwasser zu berücksichtigen ist.

Neben den Flächen an der Ems in Böddiger sind Grundstücke der Domäne Mittelhof in der Überlegung. Doch nach ersten Gesprächen mit der Hessischen Landgesellschaft (HLG) wäre ein Flächenausgleich dort nur möglich, wenn es darum ginge, die Existenz eines anderen Landwirtes zu sichern.

Steinmetz: „Aber wir sprechen weiter mit der HLG in Kassel, was sich realisieren lässt.“

Auch mit Wirtschaftsminister Dieter Posch wolle und müsse man weiter im Gespräch bleiben, damit das im Landeshaushalt verankerte Geld für die Ortsumgehung nicht irgendwann verfällt. (bmn)

Quelle: HNA

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