Jungen auf Michaelismarkt verletzt

Unfall bei Feuershow wirft Fragen auf

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Vorführung mit Folgen: Bei der Feuershow der Künstlergruppe Evil Flames Fire Company wurde ein zehnjähriger Junge aus Wolfhagen verletzt. Er stand hinter den Absperrungen (Feuerschalen) im Bereich rechts neben dem Verkehrsschild, als sich ein brennender Lappen eines Künstlers löste und in sein Gesicht flog.

Wolfhagen. Der Unfall bei der Feuervorführung des Michaelismarktes, bei dem ein zehnjähriger Junge Verbrennungen 1. und 2. Grades im Gesicht erlitten hatte, wirft viele Fragen auf.

Während des Finales der Evil Flames Fire Company wurde der Junge durch ein gelöstes Requisitenteil des Künstler-Trios verletzt und musste stationär im Klinikum Kassel behandelt werden.

Auch wenn die Mutter des Kindes aus Wolfhagen, Dagmar Neubauer, keine konkreten Vorwürfe gegen die Organisatoren erhebt, stelle sie sich die Frage, wie es zu dem Unfall kommen konnte, sagt die 38-Jährige. Es gab keine weiträumigen Absperrungen und ihren Informationen zufolge wären Feuerwehr und Sanitäter weder vor Ort, geschweige denn informiert gewesen über die Feuervorführungen des Trios.

Das zumindest bestätigt Frank Brunst, Wolfhagens Stadtbrandinspektor. Er sagt: „Die Feuerwehr war in keinster Weise einbezogen und hatte auch keinen Brandsicherheitsdienst.“ Gleiches gilt laut Brunst auch für den Sanitätsdienst. Diese Entscheidungen lägen allerdings im Ermessenspielraum des dafür verantwortlichen Ordnungsamtes. Das Thema wird in der Magistratssitzung am Montagabend diskutiert, um Unfälle dieser Art künftig zu vermeiden.

Brunst wolle die Thematik im Magistrat der Stadt ansprechen, um künftig besser gerüstet zu sein. Denn derartige Veranstaltungen in der brandgefährdeten Altstadt seien für die Rettungskräfte aufgrund der kleinen Gassen und vielen Fachwerkhäusern sehr schwierig zu bewältigen. Offenes Feuer oder Feuerwerk seien in der Kernstadt ohnehin verboten, sagt Brunst.

Verantwortlich für die Organisation des Michaelismarktes und auch der Feuervorführungen waren die Servicegemeinschaft sowie die Arbeitsgruppe „Ab in die Mitte“. Manuela Matthaei von der Arbeitsgruppe sagt: „Wir bedauern den Vorfall sehr und hoffen, dass es dem Jungen schnell wieder besser geht.“

Die Feuervorführung der Evil Flames sei ordnungsgemäß angemeldet gewesen. Die Absperrungen in Form von Feuerschalen seien von den Evil Flames selbst aufgestellt worden. Von der Arbeitsgruppe sei im Vorfeld ein Mitarbeiter eigens abgestellt worden, um sicherzustellen, dass niemand den Sicherheitsbereichbetritt oder Absperrungen verändert. Entscheidenden Anteil daran, dass der Junge nicht noch schwerere Verbrennungen erlitt, hatte der Ersthelfer, sagt Mutter Neubauer. Dafür danke sie ihm ausdrücklich.

Bilder von der Feuershow

Feuer-Spektakel: Michaelismarkt in Wolfhagen

Der 42-Jährige, der anonym bleiben möchte, war 20 Jahre lang als Rettungsassistent des ASB im Altkreis tätig. Er habe lediglich aus Reflex gehandelt, sagt der Mann. Er zog dem Jungen die brennende Jacke aus, löschte die Flammen, lief mit ihm zum Modehaus Fricke und ließ sofort einen Notruf absetzen, ehe er begann, das Gesicht des Kindes mit Wasser zu kühlen. Wenig später traf dann der Rettungswagen ein.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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