Hessische Landjugend startet Aktion

Rehe sterben grausam bei Mahd: Flatterband soll nun helfen

Mit einfachen Mitteln das Wild schützen: Der Gudensberger Landwirt Martin Knaust hat mit der Landjugend das Projekt „Mäh kein Reh“ gestartet. Foto: Laumann

Gudensberg. Zahlreiche Rehe, Rebhühner und Fasane sterben in diesen Wochen einen grausamen Tod. Sie geraten bei der Mahd der Wiesen in die Mähwerke. Damit das nicht passiert, hat die Hessische Landjugend eine Aktion gestartet.

Vier Dinge braucht Martin Knaust, um Leben zu retten: Einen Holzpfahl, eine Schraube, 30 Zentimeter Flatterband und einen Akkuschrauber. Wenige Handgriffe, und der fertige Pfahl steht mitten auf einer Wiese bei Gudensberg. Das Flatterband raschelt leise im Wind. Kaum hörbar. Aber laut genug, um Wild zu verscheuchen. Mit dieser Methode sollen Rehe vor dem Mähtod bewahrt werden.

„Wir sind uns dieser Gefahr bewusst. Die Wildtiere sind uns nicht egal“, sagt der 26-jährige Landwirt. Die Hessische Landjugend hat daher eine Aktion unter dem Motto „Mäh kein Reh!“ gestartet. Sie hat bislang 600 Pakete an Landwirte aus dem ganzen Land geschickt. In die Box kommen Flatterband mit dem Logo der Landjugend und ein Flyer mit Informationen, was Landwirte unternehmen können, um Wildtiere in der Brut- und Setzzeit zu schützen.

Nicht zu spät aufstellen

Der Aufwand sei minimal, der Nutzen umso größer, erklärt Martin Knaust. Zwei bis drei präparierte Pfosten reichten für eine Fläche von einem Hektar. Die Fähnchen sollten nicht zu früh aufgestellt werden: zwischen 12 bis 24 Stunden vor der Mahd seien optimal. Sonst könnten sich die Tiere dran gewöhnen, der gewünschte Effekt lasse nach.

„Mit der Methode erzielt man sehr gute Ergebnisse. Aber 100 Prozent Sicherheit gibt es nirgendwo. So ehrlich müssen wir sein“, schränkt Knaust ein.

Kontakt: Die Aktion läuft noch bis Mitte Juni. Flatterband und Flyer können kostenlos bei der Hessischen Landjugend, Homburger Straße 9, 61169 Friedberg sowie per E-Mail an info@hessische-landjugend.de und unter der Telefonnummer 06031/794610 bestellt werden.

Darauf sollten Landwirte achten

Die Hessische Landjugend gibt Tipps, worauf die Landwirte vor und während der Mahd achten sollten:

• Frühzeitig mit dem zuständigen Jagdpächter sprechen: Er kennt die richtige Maßnahme für die Fläche.

• Nicht in der Dunkelheit mähen: Durch die Scheinwerfer flüchten viele Wildtiere nicht, sondern ducken sich instinktiv auf den Boden.

• Von innen nach außen Mähen: Es dauert nicht länger, gibt dem Wild aber die Chance, zu flüchten.

• Randstreifen stehen lasen oder Blühstreifen anlegen: Langfristig locken die so entstandenen Rückzugs- und Saumflächen die wildlebenden Tiere aus den intensiv genutzten Flächen an. Zudem fördern die Flächen die Artenvielfalt.

Quelle: HNA

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