Teilnehmer aus Deutschland und den Niederlanden

Ziegenhainer Flugwoche: Flieger zeigen ihr Können

Wichtige Hilfe bei der Hitze: Teilnehmer Arne Bruch aus dem Sauerland (rechts) spendet Fluglehrer Martin Schmerer (links) und Mark Lohe (Zweiter von links) Schatten vor dem Abflug. Fotos: Schmidt

Ziegenhain. Mark Lohe, der in Ziegenhain bei der Kunstflugwoche das Grundprogramm absolviert, überprüft vor dem Start mit Fluglehrer Martin Schmerer die Vorgaben ganz genau.

Abschwung, Aufschwung, Rolle: „Ist das richtig so?", fragt Lohe. Zudem ist eine Skizze davon im Cockpit angebracht. „Es ist wichtig, dass man den Plan einhält. Vorher alles mental wie im Skisport durchzugehen, ist bei uns erst in den letzten Jahren gewachsen“, erklärt Martina Kirchberg. Die gebürtige Schwalmstädterin ist die Vorsitzende der Kunstfluggemeinschaft-Hessen, war 1987 deutsche Meisterin in der Advanced-Klasse und fungiert nun vor allem als Schiedsrichterin und Flugtrainerin. Zusammen mit dem Team der FSV Schwalm hat sie die 15. Auflage der Kunstflugwoche organisiert.

Noch bis einschließlich Samstag sind 13 Teilnehmer aus ganz Deutschland und zwei aus den Niederlanden auf dem Flugplatz „Der Ring“ am Start. Sechs davon haben den Grundlehrgang belegt. Sie werden geschult, um die Kunstflugberechtigung zu erhalten. Für die anderen geht es darum, das Leistungsabzeichen in Gold, Silber oder Bronze zu erfliegen. Erfahrene Piloten nutzen die Tage zur Weiterbildung und zur Vorbereitung auf Meisterschaften.

Alle müssen in einem „gedachten Würfel“ fliegen. In einem Gebiet, das einen Kilometer hoch und einen Kilometer breit ist. Offiziell wird das Box genannt. In Schwalmstadt gibt es zwei davon. „Die Bedingungen sind top, weil ein Start in alle vier Richtungen möglich ist. Zudem gibt es viele Außenlandemöglichkeiten“, weiß Martin Schmerer, der auch die vitaminreiche Versorgung vor Ort lobt. Klar, der Magen darf beim Fliegen nicht zu voll sein.

Den 38-Jährigen aus Ziegenhain hat es 2010 ins mittelhessische Butzbach verschlagen. Seit 2015 ist er Fluglehrer und seit diesem Jahr auch Wettbewerbspilot. Beim Salzmann-Cup in sächsischen Auerbach wurde er jüngst 14. In Ziegenhain gibt es aber keine Wettkämpfe und keine Schaueinlagen.

Zu kämpfen haben alle dafür mit der Hitze. Beliebt sind deshalb Teilnehmer wie Arne Bruch, die Lehrern und Piloten mit Schirmen Schatten spenden. „Wir sind alle Teamplayer. Allein kommt keiner in die Luft“, betont der Sauerländer.

Wichtig ist folglich die Rolle von Flugleitern wie Benjamin Korell. Der Willingshäuser achtet etwa darauf, dass niemand unerlaubt durch die „Box“ fliegt. Per Funk kann er den Piloten jederzeit Bescheid geben.

Im Cockpit sind sie technisch einen Schritt weiter. Per GPS ist Mark Lohe mit einer Kamera verbunden, die auf dem rechten Flügel des Luftfahrzeugs angebracht ist. „Dadurch sieht man jeden Fehler. Interessant wäre noch die Perpektive von hinten aus dem Cockpit“, sagt Martin Schmerer, ehe er mit seinem Flugschüler aus Warburg (Nordrhein-Westfalen) abhebt.

Quelle: HNA

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