In der Naumburger Hummelwerkstatt können Besucher den Insekten ganz nahe kommen

Entführt in die Welt der Hummeln: Claudia Thöne.

Naumburg. Es herrscht reger Flugverkehr an der Naumburger Hummelwerkstatt, fast im Minutentakt kann man die dicken Brummer an- und abfliegen sehen. „Wir haben Hochsaison“, sagt Claudia Thöne vom Natur- und Informationszentrum. „Die Tiere sind von früh bis spät unterwegs.“

Der dunkelgelbe, haarige Kragen hinter ihrem kleinen Kopf passt perfekt zum strahlenden Pollenhöschen, mit dem die Erdhummel nach getaner Arbeit zurück zu ihrem Nest kommt. Hinter der Klappe zum Einflugloch steht schon die nächste Arbeiterin ihres Volkes bereit, die ebenfalls ausfliegen und in den benachbarten Gärten ihr Tagwerk verrichten will.

So summt und brummt es ohne Pause. Bis zu zwei Kilometer legen die fleißigen Tiere am Tag zurück, bringen es dabei auf bis zu 4000 bestäubte Blüten - drei- bis fünfmal mehr als Bienen. Durchschnittlich zapft eine Hummel innerhalb einer Minute zehn bis 20 Nektartankstellen an, was für die Kolleginnen im Nest ordentlich Maloche bedeutet. Die nämlich verarbeiten die Lieferung direkt weiter, versorgen die Brut mit einem Brei aus Blütenstaub und -nektar. Damit nicht genug, muss das Nest sauber gehalten, in der Natur außerdem für die richtige Temperatur gesorgt werden. Das übernimmt im Naumburger Luxusheim eine Rotlichtlampe, die es Thöne und ihren Besuchern zudem erlaubt, den Tieren ganz nah zu kommen. „Hummeln nehmen Rotlicht nicht wahr und sie werden so während der Beobachtung nicht gestört“, so Thöne.

Suche nach dem Feind

Ganz leise und entspannt brummen sie in ihrem Nest vor sich hin, bis die Naumburger Hummelmama die Glasabdeckung hebt und für wenige Sekunden mit einer Taschenlampe hineinleuchtet. Die Ruhe verwandelt sich in Hektik. Wild krabbeln und fliegen die ansonsten so gemütlichen Hautflügler nach oben, um ihren Feind zu sichten. Jetzt ist Vorsicht geboten, denn fühlen sie sich bedroht, können sie auch mal stechen. „Das ist sehr schmerzhaft“, weiß die Hummelexpertin aus eigener Erfahrung zu berichten. „Die Stachel sind wesentlich größer als die der Bienen.“ Angst habe sie dennoch keine, handele es sich bei der Erdhummel doch um eine der friedlichsten Arten, die bestens zur Beobachtung geeignet sei.

Wer in die Welt der Hummeln eintauchen will, muss sich beeilen, denn schon bald ist es mit dem Schauspiel vorbei. Ab Ende August werden sie sterben, nur die Jungköniginnen überwintern, haben sich nach ihrem Hochzeitsflug einen Speicher aus Pollen und Nektar angefressen und warten mit einem Sack voller Samen in einer Überwinterungsröhre aufs Frühjahr, um einen neuen Staat zu gründen.

Von Sascha Hoffmann

Hochsaison in Hummelwerkstatt: Reges Treiben der quirligen Insekten

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Naumburg, 14. Juli 2013: Sie summen und brummen um die Wette, starten und landen im Minutentakt an ihrem Nest. Nur noch wenige Wochen, dann ist das Schauspiel an der Naumburger Hummelwerkstatt für dieses Jahr vorbei.

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Quelle: HNA

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