28 Flüchtlinge besuchten Deutschkurs beim Verein „Bildung und Arbeit“

Die Schüler des Deutschkurses auf dem Balkon des Unterrichtsgebäudes am Marktplatz. Kordula Weber, Verein Bildung und Arbeit (zweite von links), Deutschlehrer Morelio Lopez (dritter von links) und Mario Wissemann, Verwaltungsleiter der VHS (rechts). Foto: Decker

Treysa. Neun Frauen und 19 Männer haben am Donnerstag ihren ersten Deutsch-Sprachkurs für Flüchtlinge beendet. 320 Stunden lernten sie gemeinsam mit ihren Lehrern Morelio Lopez und Karin Wind-Ruhl die ersten Wörter und Sätze in der ihnen fremden Sprache.

Praktische Übungen, zum Beispiel die Zutaten für einen Obstsalat einkaufen, gehörten ebenso zum Lernprogramm wie die theoretische Auseinandersetzung mit der deutschen Satzstellung.

„Ziel des Sprachkurses ist, im Anschluss einen Integrationskurs besuchen zu können“, sagte Franz Drescher, Leiter der Volkshochschule (VHS) und im Schwalm-Eder-Kreis für die Koordination der Sprachkurse zuständig.

„Seit November haben wir rund 650 Flüchtlinge im Kreis mit den Kursen erreicht“, sagte Mario Wissemann, Verwaltungsleiter der VHS. Die Teilnehmer aus Syrien, Iran, Irak, Eritrea und weiteren Ländern seien hoch motiviert gewesen, berichtete Kordula Weber vom Verein „Arbeit und Bildung“. „Ich habe an einem Donnerstag mein Kind bekommen und bin am folgenden Montag mit Baby wieder im Kurs gewesen“, erzählte Birhan Samuel. Sie wünsche sich, einen weiteren Sprachkurs besuchen zu dürfen, am besten einen mit Babysitter, so die junge Frau. Bereits auf den nächsten Sprachkurs wartet auch Temesgen Hadgu Weldemariam.

Der Arzt aus Eritrea möchte gern wieder in seinem Beruf arbeiten, aber noch reichen seine Sprachkenntnisse nicht aus. Auch Al-Rikabi Amal aus dem Irak und Marsia Gholami aus Afghanistan hoffen auf weitere Deutschstunden. „Wie es mit den Sprachkursen grundsätzlich weitergeht, ist eine politische Entscheidung“, sagte Franz Drescher, „aber wir haben im Schwalm-Eder-Kreis eine fantastische Arbeit der Ehrenamtlichen. Sie unterstützen die Flüchtlinge in allen Bereichen und üben mit ihnen auch die deutsche Sprache.“

Der Bedarf an Unterstützung sei nach wie vor groß, berichtete Kordula Weber, denn für die Flüchtlinge sei vieles fremd in Deutschland. „Das tägliche miteinander Lernen hat eine Beziehungsebene geschaffen“, so Weber. Die Teilnehmer hätten viele Fragen und Sorgen, deswegen sei eine sozialpädagogische Begleitung der Deutschkurse in Zukunft eine sinnvolle Ergänzung.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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