Zehn Kubikmeter Erde sind schon verarbeitet

Flüchtlinge erneuern Sportplatz an Wolfhager Pommernanlage

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Viel Arbeit: Laufbahn und Sprunggrube haben Abas Mohemed (von links), Osman Mohamed Khlifa, Heiko Weiershäuser, Werner Hertel, Mustafa Al Hamdo und Hassan Abdullahi schon nutzbar gemacht.

Gasterfeld. Sie fahren Schubkarren voll Erde quer über den Platz, verteilen sie mit Schaufeln und Rechen, um so die tiefen Löcher zu stopfen, die Wildschweine hinterlassen haben.

Andere sammeln das frisch gemähte Gras und bringen es zum Container an der Straße. Die Sprunggrube haben die jungen Männer schon längst mit Sand aufgefüllt.

Eine Gruppe von 21 Flüchtlingen arbeitet an der Herrichtung des Sportplatzes in der Pommernanlage - drei Stunden täglich. Vereine sollen den Platz so wieder nutzen können und im Gegenzug Angebote entwickeln, um Flüchtlinge in ihr Sportprogramm zu integrieren. Der Stadt Wolfhagen wurden inzwischen 20.000 Euro für das Projekt „Sport und Flüchtlinge“ bewilligt.

Bereits seit einer Woche arbeiten die jungen Männer auf dem Sportplatz, zehn Kubikmeter Erde seien bisher verarbeitet worden, um die großen Löcher wieder aufzufüllen, sagt Herbert Anacker vom Landessportbund Hessen. „Der Rasen wurde schon zwei Mal gemäht, damit wir überhaupt mit dem Auffüllen beginnen konnten.“

Laufbahn von Gras befreit

Nach acht Tagen Arbeit haben sich die Flüchtlinge gemeinsam mit Werner Hertel und Heiko Weiershäuser nicht nur um das Spielfeld gekümmert. „Wir haben Laufbahn und Sprunggrube vom Gras befreit und alles gereinigt“, sagt Anacker. Bis zu zehn Zentimeter tief sei das Gras in der Sandgrube in die Erde gewachsen. Die Arbeitsgeräte seien zum großen Teil geliehen.

Als nächstes großes Projekt stehe die Freilegung der Aschebahn an. Die ist aber stark zugewachsen. „Wir müssen schauen, ob wir das Gras dort überhaupt wegbekommen“, sagt Anacker. Wenn alles fertig ist, sollen Vereine und Schulen neben Laufen, Weitsprung und Fußball auch Speerwurf sowie Volleyball und Basketball auf dem Platz anbieten können. „Es ist viel Arbeit, aber ich hoffe, wir schaffen das“, sagt Werner Hertel, der die Arbeitsabschnitte betreut.

Flüchtlinge qualifizieren

Das Projekt dient aber nicht nur der Herrichtung des Sportplatzes: Es sei als Schnupperangebot gedacht. Mit der Arbeit wolle man junge Männer finden, die in der Garten- und Landschaftspflege arbeiten können. „Wir sichten in einer Probewoche diejenigen, die anschließend an einer Qualifizierungsmaßnahme teilnehmen“, erzählt Anacker. Und ganz nebenbei lernen die Flüchtlinge mit ihren Betreuern auch noch Deutsch. „Wir erklären ihnen, wie die Arbeitsgeräte heißen“, sagt Sportcoach Heiko Weiershäuser. Außerdem werde mit den Männern immer wieder durchgegangen, wie Dinge in ihrer Umgebung zu benennen seien.

Dank der bewilligten Fördersumme für das Projekt „Sport und Flüchtlinge“ könnten davon nach Abschluss der Arbeiten auch neue Tore für das Spielfeld finanziert werden. „Wir wollen den Sportplatz langfristig für ganz Wolfhagen nutzbar machen“, sagt Weiershäuser.

Quelle: HNA

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