Flüchtlinge könnten in Dorfgemeinschaftshaus in Altenburg einziehen

Das Dorfgemeinschaftshaus in Altenburg: Dort könnten bei Bedarf Flüchtlinge einziehen. Foto: Archiv

Felsberg. In das Dorfgemeinschaftshaus in Altenburg, dem kleinsten Felsberger Stadtteil, sollen bei Bedarf Flüchtlinge einziehen. Das kündigt Bürgermeister Volker Steinmetz an.

Eine Infoveranstaltung dazu findet am Dienstag um 19.30 Uhr im DGH Altenburg statt.

Felsberg ist die erste Kommune im Schwalm-Eder-Kreis, die Dorfgemeinschaftshäuser (DGH) zur Flüchtlingsunterbringung nutzen will: Nach Auskunft von Michael Schneider, Büroleiter bei der Kreisverwaltung, gebe es bislang keine derartigen Fälle. Derzeit sei die Nutzung von DGH auch nicht erforderlich. „Als Notunterkünfte sind sie ohnehin nicht geeignet, sie sind zu klein“, sagt Schneider. Als Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge könnte man DGH durchaus nutzen - unter der Voraussetzung, dass die Kommunen dies von sich aus anbieten würden.

Dem widerspricht Bürgermeister Steinmetz: Vertreter der Kreisspitze hätten ihm klar gesagt, dass Felsberg auch die Nutzung von DGH prüfen solle. „Wir haben das DGH in Altenburg schon länger im Auge“, sagt Steinmetz. Das DGH sei kaum ausgelastet und habe einen Anbau, der überhaupt nicht genutzt werde. Diesen Anbau wolle die Stadt so umbauen, dass man ihn langfristig für die Unterbringung von Obdachlosen, kurzfristig aber auch als Flüchtlingsunterkunft nutzen könne. Wann der Umbau starten solle, könne er noch nicht sagen. Je nachdem, wie viele Flüchtlinge die Stadt Felsberg noch aufnehmen werde, müsse man aber auch den Saal des DGH nutzen. Veranstaltungen könnten dann auf andere Dorfgemeinschaftshäuser im Stadtgebiet ausweichen.

„Wir sind gehalten, Vorkehrungen zu treffen, um weitere Flüchtlinge aufzunehmen. Ich halte es für angemessen, die DGH einzubeziehen“, sagt Steinmetz. Auch andere DGH wie in Rhünda oder Beuern kämen in Betracht.

In Altenburg stößt die Idee, Flüchtlinge im DGH unterzubringen, auf Skepsis. Die Stimmung im Ort sei angespannt, berichtet Angie Boor, die 22 Jahre lang Ortsvorsteherin des Stadtteils war. Derzeit gibt es in Altenburg keinen Ortsbeirat. „Wir sind nur 30 Einwohner in Altenburg, da fehlt die Verhältnismäßigkeit", sagt Boor. „Über unsere Köpfe hinweg wird das nicht laufen." Sie gibt auch zu bedenken, dass es in Altenburg an Infrastruktur fehle - etwa an Einkaufsmöglichkeiten. Auch bestreitet Boor, dass das DGH wenig genutzt wird.

Wir haben in den anderen Kommunen im Kreisteil Melsungen nachgefragt, ob es dort ähnliche Überlegungen wie in Felsberg gibt.

Melsungen

Das sei für Melsungen kein Thema, sagt Bürgermeister Markus Boucsein. Mit der ehemaligen Jugendherberge und dem Obdachlosenheim schaffe man aktuell etwa 80 Plätze. Darüber hinaus suche die Stadt ständig nach dezentralem Wohnraum zur Unterbringung. 100 Flüchtlinge lebten so derzeit bereits in Melsungen. „Wir sind bemüht, die Integration so engmaschig wie möglich zu unterstützen“, sagt Boucsein. Dies gelinge abseits von Gemeinschaftsunterkünften ungleich besser.

Spangenberg

Auch in Spangenberg seien DGHs kein Thema, sagt Bürgermeister Peter Tigges. Mit der Kulturhalle gebe es bereits eine große Gemeinschaftsunterkunft in der Stadt. Im Vorfeld habe es diese Überlegungen aber gegeben.

Malsfeld

Bürgermeister Herbert Vaupel sagt, dass man Teile der ehemaligen Gemeindeverwaltung in Malsfeld demnächst für die Flüchtlingsunterbringung herrichten will. „Die Bücherei und der ehemalige Besprechungsraum der Feuerwehr werden zu einer Wohnung umgebaut“, sagt Vaupel. Die Bücherei werde ins Rathaus umziehen. Der Saal des DGH könne aber wie bisher für Veranstaltungen genutzt werden. Für die anderen Dorfgemeinschaftshäuser sei keine Flüchtlingsunterbringung geplant. Man setze weiterhin auf die Akquise von privatem Wohnraum, sagt Vaupel.

Guxhagen

Die Gemeinde Guxhagen habe dem Kreis bereits den Wollröder Krug zur Flüchtlingsunterbringung angeboten, sagt Bürgermeister Edgar Slawik. Es sei derzeit aber nicht geplant, weitere Dorfgemeinschaftshäuser zur Verfügung zu stellen. „Wir hoffen, dass wir den Bedarf mit privat angebotenem Wohnraum decken können“, sagt Slawik.

Morschen

In Morschen sieht man derzeit keine Notwendigkeit, Dorfgemeinschaftshäuser als Flüchtlingsunterkünfte nutzen zu müssen. „Wie es aussieht, haben wir im Augenblick genug Angebote von Privatleuten“, sagt Bürgermeister Herbert Wohlgemuth.

Körle

Die Gemeinde Körle hat nur ein richtiges Dorfgemeinschaftshaus - das in Empfershausen. Es sei nicht geplant, dort Flüchtlinge unterzubringen, sagt Bürgermeister Mario Gerhold. Stattdessen überlege die Gemeinde, ungenutzte Gebäude in Körle zu erwerben und diese für die Flüchtlingsunterbringung zu nutzen. „Wenn wir die Gebäude an den Landkreis vermieten, wäre das finanziell tragbar“, sagt Gerhold. Die Gemeindevertreter werden sich am Montag, 23. November mit dem Thema befassen. (kam/ddd/jul)

Quelle: HNA

Kommentare