Flüchtlinge in Wolfhagen  suchen Wege in den Beruf

Sie haben schon die ersten Schritte geschafft: (Von links) Abdi Mohamed Ali aus Somalia mit Berufspate Dr. Michael Müller-Schwefe und Ismad Assadi aus Afghanistan. Fotos: Wüllner

Gasterfeld. Schüler aus Somalia, Eritrea und Afghanistan besuchen die Herwig-Blankertz-Schule in Gasterfeld, um ihren Hauptschulabschluss zu machen. Es sind minderjährige Flüchtlinge, die nach ihrem Abschluss  arbeiten möchten. Einer von ihnen ist Ismad Assadi aus Afghanistan.

Er hat seinen Weg schon gefunden und ist mittlerweile in einer Ausbildung zum Metallbauer. Er erzählt den jungen Flüchtlingen, wie es ihm ergangen ist und worauf sie unbedingt achten sollten. Seit vier Jahren ist Assadi in Deutschland, jetzt wohnt er in Fritzlar. Sein Mitbewohner ist ebenfalls aus Afghanistan. Und beide haben von Beginn an die Abmachung getroffen: Zu Hause wird nur Deutsch gesprochen. Wer sich nicht daran hält, zahlt zur Strafe zwei Euro. Auch das habe mit dazu beigetragen, dass er so gut Deutsch spricht. Aber jetzt macht er auch noch einmal einen Deutschkurs. „Ich will perfekt werden“, sagte Assadi. Das nimmt man dem zielstrebigen jungen Mann ab.

Ebenso wie dem Somalier Abdi Mohamed Ali. Er appellierte an die jungen Leute, unbedingt die Sprache zu lernen, pünktlich zu sein und das eigene Können unter Beweis zu stellen. „Der erste Schritt ist schwierig, aber dann wird es immer besser. Nutzt diese Chance heute hier in der Schule“, sagte Mohamed Ali. Der Somalier wird nächstes Jahr seinen Hauptschulabschluss machen und hat Aussicht auf einen Ausbildungsplatz als Tischler.

Die Dolmetscher: Die Stellvertretende Schulleiterin Jutta Degenhardt (Mitte) mit den Dolmetschern (von links) Selamawit Kidane, Amal Mohamed, Salma Hadjie und Reza Mahmoodian.

Die Idee für diese Info-Veranstaltung hatte Stephan Lüders, Leiter der Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge des Jugendhilfeträgers AGiL (Gemeinnützige Arbeitsförderungsgesellschaft im Landkreis Kassel). Lüders hat beobachtet, dass viele der jungen Menschen, die in der Wohngruppe leben, unrealistische Vorstellungen von der Berufs- und Arbeitswelt in Deutschland haben. Deshalb regte er an, zusammen mit dem Berufspatenprojekt des Landkreises Kassel, eine Info-Veranstaltung in der Berufsschule zu machen. Unter der Begleitung von Dolmetschern haben sich die 15 jungen Männer bei den Berufspaten über Möglichkeiten des Praktikums sowie im Gespräch mit ihren Landsmännern ausgetauscht.

AGil-Geschäftsführer Bruno Kramer zeigte sich ganz begeistert von der Veranstaltung: „Neben den ganzen Horrorbotschaften weltweit wollen wir hier auch mal die positiven Seiten zeigen.“ 340 Asylbewerber sind in Wolfhagen. Und überall sei das Miteinander großartig. Ulrike Beutnagel von der Jugendberufshilfe des Landkreises Kassel erklärte, dass hier eine Begegnung auf Augenhöhe wichtig sei.

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Quelle: HNA

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