Fohlenchampionat auf Gut Elmarshausen: Gefangen vom Zauber der Trakehner

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Zwar keine Trakehner, dafür aber die kleinsten Pferde der Welt: Evelyn Grosser aus Thüringen begeisterte die Besucher mit ihren amerikanischen Miniaturpferden, die nicht zu den Ponys zählen. 

Elmarshausen. Trakehner sind ganz besondere Pferde, laut Trakehner-Verbands-Vize Hans-Werner Paul in der Reitpferdezucht sogar die „edelsten nach Araber und Vollblüter“. Im Gegensatz zu den Warmblütern seien sie wesentlich graziler und zeichneten sich durch hohe Intelligenz und Menschenbezogenheit aus.

Das fasziniert auch Dr. Elke Söchtig, die sich im kleinen Wolfhager Stadtteil Elmarshausen mit viel Liebe der Zucht der Vierbeiner verschrieben hat und einmal im Jahr die Türen zum idyllisch gelegenen Gestüt öffnet.

So auch am Sonntag, als sich hunderte Besucher vor Ort von der besondere Stellung überzeugten, die das Gestüt mittlerweile in der Trakehnerzucht einnimmt. Punkten kann das nicht nur mit seiner Lage mitten in Deutschland, wie Trakehner-Experte Paul weiß: „Die Besitzer haben einen sehr guten Stutenstamm aufgebaut und als Züchter weiß man, dass die Mutter am Produkt den meisten Anteil hat.“

Die hervorragenden Aufzuchtbedingungen mit den herrlichen Weiden im etwas hügeligen Terrain und die vorhandene Fachkompetenz machten das Gut Elmarshausen zu einem Vorzeigebetrieb in der Trakehnerzucht.

Das haben sich Dr. Söchtig und Team mit einer professionellen, zeitintensiven und auch liebevollen Fürsorge erarbeitet, die zudem Grundlage für das spätere Pferdeleben ist. Einsatz, der sich auszahlt, denn auch beim diesjährigen Fohlenchampionat bewerteten die Kommissionsmitglieder um Hans-Werner Paul mit Nachtamsel ein Stutfohlen aus der Elmarshäuser Zucht mit Abstand auf Platz eins, gefolgt von Jagdliebe vom Liebetal (Bettina Schraps, Bad Wildungen) und Tangente (ebenfalls Dr. Söchtig, Elmarshausen). Besonders punkten konnten aber die Hengstfohlen.

„Da waren einige sehr hoffnungsvolle Kandidaten dabei, die wir vielleicht später einmal auf einem Körplatz wiedersehen werden“, schwärmt Paul, der den selbstbewussten Kameiras von Philipp Klingbeil und Peter Richterich (Wolfhagen) vor einem noch namenlosen Fohlen (Marco Leck, Liebenau) und Franklin (Jochen Schramm, Diemelsee) sah.

Auch wenn die Fohlenbewertungen am Sonntag im Mittelpunkt standen, nutzen doch auch viele Besucher die Möglichkeit, um das einmalige Ambiente im Schatten des alten Wasserschlosses zu genießen. Während die Jüngsten sich beim Ponyreiten, auf der Hüpfburg oder beim Kinderschminken amüsierten, gingen die Erwachsenen mit Gestütsbesitzerin Dr. Söchtig auf einen Streifzug durch die weitläufige Anlage, erhaschten manch Blick hinter die Kulissen und genossen den Zauber, den eine der edelsten Pferderassen der Welt im kleinen Wolfhager Stadtteil verbreitet.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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