Fraunhofer-Institut - Windkraft am Rödeser Berg

Forscher bauen jetzt Messmast am Berg

Vorbereitungen am Mittwoch dieser Woche: Der Messmast soll bald stehen. Foto:  Welch

Wolfhagen. Der Windmessmast am Rödeser Berg wird jetzt gebaut. Das teilte das Fraunhofer-Institut IWES in Kassel am Freitag mit. Der Aufbau soll noch im September abgeschlossen werden, erklärt IWES-Projektleiter Doron Callies.

„Die Fundamentierung und die untere Hälfte des 200 Meter hohen Bauwerkes, die mit einem Kran errichtet wird, werden zuerst umgesetzt. Anschließend werden die oberen 100 Meter mit einem Hubschrauber aufgebaut“, so Callies. Der Rödeser Berg sei „aufgrund der Geländestruktur und des in Hauptwindrichtung vorgelagerten Waldes sehr gut für die Untersuchung der Windcharakteristika im bewaldeten Mittelgebirge“ geeignet.

„Bisher werden Windenergieanlagen vor allem außerhalb beziehungsweise im Abstand zu Wäldern errichtet. Ziel unseres Messprojektes ist es, Erkenntnisse für den Bau von höheren Windenergieanlagen im bewaldeten Mittelgebirge zu gewinnen“, sagt der stellvertretende IWES-Leiter Dr. Kurt Rohrig: „Dafür werden wir eine in Deutschland einmalige Infrastruktur zur Erforschung von Windprofilen über Wäldern im hügeligen Gelände bis in große Höhen schaffen.“

Lasermessungen

Bereits seit November 2010 befinde sich ein Lasermessgerät am Standort des Mess-Mastes. Das so genannte Lidar-Messgerät zeichne kontinuierlich Windmessdaten zwischen 40 und 200 Metern auf. Um aussagefähige Messergebnisse zu erzielen, werden die Lidar- Messdaten durch den Vergleich der Messmast-Daten korrigiert, heißt es bei IWES.

Ziel der Forscher sei es, mit Hilfe des Wolfhager Mastes eine neue Methode zur Bestimmung der Windbedingungen an Binnenlandstandorten zu entwickeln, die dann in ganz Deutschland und darüber hinaus angewandt werden könne. Die Messdaten aus dem Forschungsprojekt werden auch den Stadtwerken Wolfhagen zur Verfügung gestellt, die am Rödeser Berg einen Windpark planen. „Um Synergien zu nutzen, hatten Stadt und Stadtwerke auf die Errichtung eines eigenen Windmess-Mastes verzichtet“, heißt es abschließend.

Der Aufbau des Messturms hat sich immer wieder verzögert. IWES hatte die mit wiederholten statischen Prüfungen begründet. Die Bürgerinitiative gegen Windkraft in unseren Wäldern hatte in dieser Woche ein Baustopp für den Mast gefordert, weil am Rödeser Berg die seltene Wildkatze vorkomme. (awe)

Quelle: HNA

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