Fortschritt beim Umbau: Altes Amtsgericht ab 1. März bewohnbar

Besprechen den Fortschritt des Umbaus: Architektin Melanie Gebhardt (links)und Claudia Lieberknecht, Pressesprecherin der bdks in Baunatal, vor dem alten Amtsgericht und neuem Wohnheim der bdks in Wolfhagen. Fotos: Daher

Wolfhagen. Seit April 2014 baut die Baunataler Diakonie Kassel (bdks) das alte Wolfhager Amtsgericht zu einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung um. Am 1. März können sie einziehen.

Gipssäcke links, noch eingerollte Bodenbeläge rechts. In der Mitte noch Platz um das zukünftige Wohngebäude in der Burgstraße zu betreten. Sowohl das Erdgeschoss als auch die erste und zweite Etage sollen bewohnt werden. Die 15 Wolfhager Neubürger wissen schon Bescheid, in welchem Zimmer sie wohnen werden, haben bei der Farbe mitentschieden, sagt Architektin Melanie Gebhardt. Zuvor mussten sie sich freiwillig um die Wohnplätze bewerben, erklärt Claudia Lieberknecht, Pressesprecherin der bdks.

Sieben der neuen Bewohner waren zuvor in einem Wohnheim in Hofgeismar oder Burguffeln untergebracht. Die anderen seien neu dazugekommen. Jeder hat im alten Amtsgericht ein Einzelzimmer mit Bad. Außerdem gibt es eine gemeinsame Küche und einen Wohnraum auf jeder Etage. Vier der Zimmer sind für Rollstuhlfahrer berechnet und angelegt worden. Die Dusche ist zum Beispiel auf allen Seiten jeweils 30 Zentimer größer.

„Die bdks hat mit einem Dezentralisierungs-Projekt begonnen“, sagt Lieberknecht über den Standort. So sollen Wohnheime im besten Fall dort entstehen, wo die Menschen mit Behinderung leben möchten. „Wir haben sie gefragt, wo sie gerne wohnen möchten. Die häufigste Antwort: Wolfhagen“, erklärt sie.

Die Pflastersteine in der Innenstadt würden für die Menschen mit Behinderung kein Problem darstellen, da nur vier Bewohner Rollstuhlfahrer seien. Die anderen wären „normale Fußgänger.“

Sorgen fürs Licht: Adrian Köberich (rechts) und Sascha Sperlich arbeiten für Elektro Zang aus Bebra.

Die Mieter sollen vor Ort selbstständig einkaufen gehen können und Kontakte knüpfen. Der zur Gemeinde bestehe bereits, manche möchten vielleicht den Vereinen beitreten, erzählt Lieberknecht weiter. Um die Gemeinschaft mit den Wolfhagern zu stärken, werde vor das Gebäude ein Platz mit Sitzgelegenheiten gebaut, der zu Gesprächen einladen soll, fügt Architektin Gebhardt hinzu.

Begrifflich bezeichnet die bdks dies als „stationäres Wohnen“. Im Vergleich zum Betreuten Wohnen ist immer ein Mitarbeiter im Haus, der die Bewohner unterstützt, erklärt Lieberknecht. Er könne dort auch übernachten, ist nachts Ansprechpartner. Beim Betreuten Wohnen käme auf Bedarf ein Betreuer vorbei.

In 14 Tagen sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Danach würde einige Wochen lang die Wohnanlage von TÜV, Bauaufsicht und dem Brandschutzamt abgenommen. Im Februar werden die Zimmer gereinigt und die Möbel aufgebaut, damit die Bewohner ab dem 1. März einziehen könnten. Außerdem seien ungefähr 50 Prozent der Außenanlagen, wie Blumenbeete und Rampen, fertig.

Von Johanna Daher

Quelle: HNA

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