Auf jedem herkömmlichen Spielwürfel befinden sich 21 Wertungspunkte

Fortuna zeigt die Augen

Spielen macht Spaß: Julie, Mia Lara, Nathaniel und Jamin Jo aus dem Oberlistinger Kindergarten Regenbogen beim Würfelspiel „Entdeckungen im Entenland“. Foto: Michl

Oberlistingen. „Halt, nicht schummeln.“ Die kleine Julie aus dem Oberlistinger Kindergarten Regenbogen kannte kein Pardon. Beim Spielen mit dem neuen Frühförderprogramm „Entdeckungen im Entenland“ hatte Erzieherin Christina Laudage mit der Spielfigur der Ente Oberschlau eine Drei gewürfelt, war aber bis auf das vierte Feld vorgewatschelt. Mitspieler Mia Lara, Nathaniel und Jamin Jo unterstützten Julie in ihrem Protest, zeigten auf die numerierten Felder und zählten laut vor: Eins, zwei, drei. Die Ente Oberschlau musste also zurück auf das Dreierfeld.

„Entdeckungen im Entenland“ ist als Frühförderprogramm für Kinder bis zum vierten Lebensjahr eines von vielen Lern- beziehungsweise Gesellschaftsspielen, wobei hier die Kleinen in spielerischer Weise die Welt der Farben, Formen und Zahlen kennenlernen.

Ein ganz wichtiges Requisit dabei ist der Spielwürfel. Auf dem sich auf jeder Seite eine Zahl von eins bis sechs befindet, symbolisiert durch Punkte, die man auch Augen nennt. Addiert man die Würfelpunkte, erhält man als Gesamtergebnis die Zahl 21. Jeder herkömmliche Spielwürfel verfügt also über 21 Augen, die Zahl unseres heutigen Adventskalenders.

Würfelspiele, wie zum Beispiel Mensch ärgere dich nicht, Kniffel, oder Backgammon, sind absolute Klassiker, gehören in jede Spielesammlung. Es gibt wohl auch keinen unter uns, der von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter nicht schon einmal ein Würfelspiel gespielt hat.

Die Auswahl ist riesengroß. Die klassischen Gesellschaftsspiele unter Verwendung eines oder mehrerer Würfel sind meist Strategiespiele. Hier lernen Kinder und Jugendliche das strategische Denken und die Koordination verschiedener Spielabläufe, um letztlich ans Ziel zu kommen. Auch die mathematischen Fähigkeiten können mit Würfelspielen gefördert werden.

Beim Klassiker Kniffel zum Beispiel müssen geworfene Punkte oder Augen ständig zusammengezählt, beurteilt und überwacht werden, um möglichst strategisch vorzugehen und zu gewinnen. Würfelt jemand zum Beispiel mit den fünf notwendigen Würfeln drei Fünfer und zwei Zweier, kann er sich entscheiden, ob er seinen Wurf in die Rubrik Full House mit 25 oder mit 15 Wertungspunkten in der Fünferreihe beziehungsweise beim Dreierpasch einträgt.

Die aus der Hand oder mit einem Würfelbecher geworfenen Würfel sind unter normalen Bedingungen so gut wie nicht manipulierbar. Vielmehr kommt es ganz auf das Wohlwollen von Glücksgöttin Fortuna an, wie die Würfel fallen.

HINTERGRUND

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

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