Gasthaus Wahl – eine Spurensuche: Neue Ausstellung im Dorfmuseum Holzburg

Fotografien als Dokument

Mit der Kamera auf Spurensuche: Künstlerin Waltraud Frese zeigt in einer Ausstellung, wie sich das frühere Gasthaus Wahl verändert hat. Foto: Rose

Holzburg. Im Jahr 2008 übernahm der Verein Dorfmuseum Holzburg das Gasthaus Wahl und baute es nach und nach um: Waltraud Frese hat sich in dieser Zeit auf fotografische Spurensuche begeben. Ihre neue, gleichnamige Ausstellung dokumentiert, wie sich das Haus verändert hat, hebt Schätze von einst und gibt Einblicke in die wechselvolle Geschichte des Gebäudes.

„Das Haus war hergerichtet für die Übergabe an den Verein. Haushaltsgegenstände und Kleidungsstücke waren sorgfältig angeordnet und an den Wänden aufgehängt“, erzählt Frese vom Beginn ihrer Arbeit hinter der Kamera. Viele Stillleben waren entstanden. Die Szenen hat die Künstlerin in eindrucksvollen und ästhetischen Bildern festgehalten.

„Mir gefiel das Arrangement der Gegenstände: strenge Ordnung in der Präsentation der Objekte und Kleidungsstücke in den Wohnräumen, Durchwühltes und Durcheinander im Laden und im Saal“, erklärt Frese. Einige Stücke erzählen vom früheren Laden – Feinstrumpfhosen und Knöpfe. Ihnen hat die Künstlerin typische Schwälmer Ausdrücke gegenüber gestellt. Im Sommer 2011, vor der nächsten Ausbauphase, enstanden Fotos von den Wänden. „Ich konnte einige Tapetenteile sichern“, sagt die Künstlerin.

Geist der alten Zeit

Neu arrangiert atmet die Wand im Ausstellungsraum den Geist der alten Zeit, gleichwohl trägt die Collage auch der neuen Zeit Rechnung. Unter Glas sind unterschiedliche Tapetenmuster zu sehen, die sich von dezenter Farbigkeit und strengen Linien bis hin zu Blumenmustern erstrecken. „Die rasterartigen, dunklen Blumenornamente aus den 1920-er Jahren kontrastieren in ihren kräftigen Farben mit dem Op-Art (Anmerkung der Red.: optische Kunst ist eine Kunstrichtung der 1960er Jahre) inspirierten Tapetenmuster im Treppenhaus aus den 60er/70er-Jahren“, erklärt Frese. Die Schichten und Überlagerungen machten die Jahrzehnte sichtbar: „Ein Kasseler Bote von 1928 ist in Ausschnitten auf der Rückseite einiger Tapetenreste zu identifizieren.“ • Zu sehen ist die Ausstellung am Sonntag, 1. und 22. Juni, von 14 bis 17 Uhr im Gasthaus Wahl.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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