Hygiene: Nicht alle Eisverkäufer tragen Handschuhe

+
Schützendes Plastik: Eisverkäufer Luca Gianoglio aus Naumburg benutzt Handschuhe, wenn er Eiswaffeln anpackt. Auf unserm Bild bedient er seinen Stammkunden Justin Kasperidus.

Wolfhager Land. Bäcker und Metzger haben vermehrt Handschuhe neben der Kasse liegen. Der Grund: Wer Geld anfasst, sollte danach nicht mit verzehrfertigen Lebensmittel in Berührung kommen.

Diese Regelung gilt auch für Eisverkäufer, wenn sie ihre Ware in Waffeln verkaufen. Wir haben bei drei Eisdielen im Wolfhager Land nachgefragt, was sie von der Regel halten.

„Verdorbene Eiscreme kann krank machen. Aber ich habe noch nie gehört, dass sich jemand an einer Eiswaffel eine Infektion geholt hat“, sagt Cordula Ludwig vom Eiscafé Cortina in Bad Emstal. Hygiene sei wichtig, sagt sie. Eine Flasche Desinfektionsmittel steht bei ihr wie in den übrigen zwei befragten Eisdielen immer in Reichweite – und wird auch oft benutzt. „Aber nach jedem Kassieren die Hände reinigen ist übertrieben“, meint Ludwig.

Zwei Hände, zwei Aufgaben

Geht auch ohne: Cordula Ludwig aus Bad Emstal hält Handschuhe für überflüssig.

Außerdem sei es selten der Fall, dass die Hand, mit der sie das Eishörnchen hält, überhaupt mit Geld in Berührung kommt. „Ich halte meistens in der rechten Hand das Geld, in der linken die Eiswaffel“, berichtet die Gastronomin.

Plastikhandschuhe zu benutzen sieht die Eisverkäuferin kritisch. „Wenn man lange Zeit Handschuhe trägt, werden die Hände feucht und warm“, sagt sie. In einer solchen Umgebung würden Bakterien sich erst richtig wohl fühlen.

„Es muss schnell gehen“

Problem gelöst: Donatella Giantomaso zeigt eine Portion Eis in einem Plastikbecher.

In der Eisdiele San Marco von Pasquale Giantomaso in Ehlen hat sich laut Angaben des Chefs noch nie jemand über mangelnde Eishörnchen-Hygiene beschwert. Auch in seinem Laden gehen Bestellungen über die Theke, ohne dass sich der Mitarbeiter nach jedem Bezahlvorgang die Hände wäscht. Vielen Kunden sei vor allem die Schnelligkeit wichtig.

Geschätzte 60 Prozent bevorzugen ihr Eis für unterwegs in einem Becher, sagt Giantomaso. Er habe sich auch bereits über Waffeln informiert, die von Werk aus mit einer Papiertüte umhüllt sind. Bislang hat er aber noch nicht das richtige Produkt gefunden.

„Handschuhe sind Pflicht“

Luca Gianoglio aus der Naumburger Eisdiele Venezia berichtet, er würde stets Handschuhe tragen, wenn er Eiswaffeln verkauft. „Wenn jemand sagt, ihm fehle die Zeit einen Handschuh anzuziehen oder sich oft genug die Hände zu waschen, dann stimmt das nicht“, meint er.

Von Juri Auel

Quelle: HNA

Kommentare