Konrad Sinning traf als Volkszähler in Melsungen viele nette Menschen

Fragen und gute Gespräche

Keine schlechten Erfahrungen: Konrad Sinning hat bei seinen Befragungen in Melsungen nur Gutes erlebt. Foto: Kamisli

Melsungen/Beiseförth. Es gab einen Moment, da war Konrad Sinning sich nicht mehr sicher, ob die Idee, sich freiwillig als Volksbefrager für den Zensus 2011 zu melden, so gut war. Als er sich auf die Ausschreibung meldete, habe er einfach nur gedacht, dass er als Rentner ja Zeit habe, und es außerdem interessant sei, andere Menschen kennen zu lernen.

In den Schulungen aber, sagt der 72-jährige Beiseförthter, seien er und die anderen ehrenamtlichen Erhebungsbeauftragten auch darauf vorbereitet worden, dass sie auf Menschen treffen könnten, die die Befragung verweigern oder sie gar körperlich bedrohen.

Da habe er sich wahre Horrorszenarien ausgemalt und sich ernsthaft gefragt: „Auf was hast du dich da nur eingelassen?“ Mit gemischten Gefühlen startete er die Befragungen.

Alle waren höflich

Er ist unterschiedlichen Menschen begegnet, alten und jungen, kranken und gesunden, Familien und Alleinstehenden, Deutschen und Ausländern. „Und vielen, die der Zählung sehr kritisch gegenüberstanden, aber zu mir trotzdem sehr höflich waren“, sagt Sinning.

Nicht einmal habe er etwas Negatives erlebt, sagt der 72-Jährige, der in den vergangenen Wochen 110 Menschen befragt hat. Vielmehr ist er begeistert von der Höflichkeit und dem Entgegenkommen der Melsunger.

Große Offenheit

Er habe Menschen getroffen, die ihn mit offenen Armen empfangen haben. Die ihn auf eine Tasse Kaffee eingeladen haben, ihm eine Tüte frisch gepflückter Kirschen schenkten oder ihm einfach mal einen Regenschirm liehen, damit er trotz eines Wolkenbruchs trocken ins Auto steigen konnte.

Zehn Minuten dauerte es ungefähr, bis der Erhebungsbogen für den Zensus ausgefüllt war. Doch dabei blieb es oft nicht.

Konrad Sinning erinnert sich an wunderbare Gespräche. Er war verwundert und erfreut, dass Menschen ihm nicht nur die Fragen beantworteten, sondern sogar ihre Lebensgeschichte erzählt haben.

Für den Beiseförthter Volksbefrager gibt es nur ein Fazit: „Es hat sehr viel Spaß gemacht“.

Quelle: HNA

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