Fraktionen im Kreis Kassel: „Wir brauchen die AfD nicht im Kreistag“

Kreis Kassel. Mit 21 Kandidaten wird die Alternative für Deutschland (AfD) zur Kreistagswahl am 6. März antreten. Ob sie den Sprung in das Kreisparlament schaffen, ist ungewiss.

Für die anderen Parteien steht allerdings jetzt schon fest: Eine Zusammenarbeit mit der AfD wird es nicht geben.

„Wir distanzieren uns von der AfD“, sagt Dr. Bärbel Mlasowsky, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler Landkreis Kassel (FWG). Eine Zusammenarbeit werde es nicht geben. „Sollten sie tatsächlich in den Kreistag einziehen, werden wir sie ignorieren“, so Mlasowsky.

„Wir brauchen die AfD nicht im Kreistag. Der Landkreis Kassel kümmert sich vorbildlich um die Flüchtlinge in seiner Obhut“, sagt Timon Gremmels, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der SPD im Kreis Kassel. Sollte der Partei der Einzug in den Kreistag gelingen, „wird es von uns aus keinerlei Kooperation mit der AfD geben“. Die Partei biete keine Lösungen, sondern schüre nur Vorurteile.

Einen Beschluss zum Umgang mit der AfD habe die CDU nicht, sagt Fraktionsvorsitzender Frank Williges. Aber: „Wir werden unter meiner Fraktionsführung nicht im Sinne einer inhaltlichen oder personellen Zusammenarbeit kooperieren.“ Sollten sie in den Kreistag einziehen, müsse man das anerkennen. Ignorieren könne man sie nicht. Die CDU will sich inhaltlich „mit den wenigen Themen auseinandersetzen, die die AfD besetzt, um deren potentiellen Interessenten deutlich zu machen, wie wenig inhaltliche und fachliche Substanz die Partei hat“.

Eine „Kooperation wird es sicher nicht geben“, sagt Monika Woizeschke-Brück, Spitzenkandidatin der Grünen für die Wahl. Man werde eine „klare Haltung zeigen“. „Ich scheue mich nicht vor einer Auseinandersetzung“, sagt sie. Man könne die AfD aber nicht völlig ignorieren, sondern müsse auf sie reagieren.

Das Programm für die Kreistagswahl will die Alternative für Deutschland (AfD) in den kommenden Tagen veröffentlichen, berichtet Kreissprecher Florian Kohlweg. „Unser Programm deckt alle Bereiche ab.“ Man habe viele Ideen, so Kohlweg. Wie die Partei strategisch vorgehen wolle, sollte sie in den Kreistag gewählt werden, ist noch nicht abschließend geklärt. Aber: „Wir verschließen uns niemandem“, betont Kohlweg. „Allerdings nicht auf Kosten unserer Werte und Ideale.“ Er wolle jetzt noch nicht öffentlich machen, mit wem man sich eine Zusammenarbeit vorstellen könne.

Man wolle nicht als „böse AfD“ gelten, sondern Lösungen anbieten, sagt Kohlweg.

Quelle: HNA

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