Noch gibt es keine weiteren Namen fürs Rennen um das Amt des Schwalmstädter Bürgermeisters

Fraktionen wollen sich Zeit lassen

Karsten Schenk

Schwalmstadt. Werden die Fraktionen einen eigenen Kandidaten aufstellen, und wenn ja, wann?

• Karsten Schenk (CDU, Vorsitzender und Fraktionschef) sagte im Gespräch mit unserer Zeitung, beim Mitgliederparteitag am 5. November in Rommershausen werde die Entscheidung fallen. Eine Findungskommission, die in enger Abstimmung mit dem Vorstand arbeite, sei seit Längerem eingesetzt. „Ich finde es viel zu früh, schon jetzt jemanden zu präsentieren, in der langen Zeit bis zur Wahl ist vieles verpufft.“ Zu verstehen sei der Schritt der SPD vor dem Hintergrund, dass ihr gesetzter Kandidat von außerhalb komme.

Schenk kann sich vorstellen, dass die CDU gemeinsam mit anderen einen Kandidaten benennt oder einen freien Bewerber unterstützt. Es sei ausreichend, wenn der oder die ab der Vorweihnachtszeit die Veranstaltungen besucht, der Wahlkampf selbst werde erst im April beginnen. Und: „Bürgermeisterwahlen sind reine Persönlichkeitswahlen, da rücken die Parteien in den Hintergrund.“

• Constantin H. Schmitt (FDP, Fraktionschef) schloss aus, dass seine Partei einen Bewerber aufstellt. „Wir wünschen uns einen Kandidaten aus der Schwalm“,betonte Schmitt, der es „unglücklich“ findet, wenn ein Bewerber von außen kommt, „es gibt ausreichend Geeignete hier“. Gespräche mit anderen Fraktionen gebe es nicht, und in der Vergangenheit habe die FDP Schwalmstadt nie einen Kandidaten ausdrücklich unterstützt. Den von der SPD gewählten Zeitpunkt nannte Schmitt gut, „kurz vor Weihnachten wäre es zu spät, sich der Diskussion zu stellen“.

• Klaus-Ulrich Gielsdorf (FWG-Fraktionssprecher) zeigte sich überrascht über den Zeitpunkt der Vorstellung des SPD-Mannes. Für die Freien Wähler sei gegenwärtig noch nicht klar, ob es einen eigenen Bewerber geben wird. Gielsdorf kann sich einen gemeinsamen Kandidaten mehrerer Fraktionen vorstellen. „Ende November treffen wir die Entscheidung, in welche Richtung wir gehen.“

• Heidemarie Scheuch-Paschkewitz (Die Linke, ein Sitz im Stadtparlament) hat sich noch nicht mit der Frage beschäftigt. Sie will die Entwicklung abwarten und kann sich einen gemeinsamen Kandidaten mit anderen Fraktionen vorstellen. „Ich war überrascht“, sagte sie über den frühen Zeitpunkt der SPD. Da es ein Auswärtiger sei, ergebe dies aber Sinn. Ein hiesiger Bewerber hingegen könnte bei dem langen Zeitraum im Wahlkampf schon „verbrannt“ sein, meint sie.

• Margitta Braun (B‘90/Die Grünen-Fraktionschefin) erklärte, „wir sind noch im Findungsprozess“. Es gebe Vorgespräche und Ideen, allerdings werde sich alles noch hin ziehen. „Wir wollen auch prüfen, ob wir gemeinsam mit anderen einen Kandidaten aufstellen“, sagte sie. Dies werde frühestens im November der Fall sein.

Über Fabio Longo, den Kandidaten der SPD, sagte Margitta Braun: „Er hat ein sehr interessantes Profil für unsere Stadt und kommt unseren Themen entgegen, es ist vorstellbar, dass er für Schwalmstadt ein guter Kandidat ist.“ Fotos: Ludwig/Archiv

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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