Frank Siesenop ist neuer Schulleiter des Schwalmgymnasiums

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Hochländer in Treysa: Der Gilserberger Frank Siesenop ist mit Beginn des neuen Schuljahrs der neue Schulleiter des Schwalmgymnasiums.

Schwalmstadt. In diesem Fall decken sich Ziel und Start für den Marathonläufer Frank Siesenop. Mit Beginn des neuen Schuljahrs ist er der neue Schulleiter des Schwalmgymasiums in Treysa.

1050 Schüler, 90 Lehrer: Mit 41 Jahren zählt Siesenop zu den jüngsten im Schwalm-Eder-Kreis, die eine Schule in dieser Größenordnung leiten. Und Schulleiter wollte Siesenop nicht irgendwo werden, „sondern genau hier“.

Bereits seit anderthalb Jahren hatte der Gilserberger das Amt kommissarisch ausgeübt. Dennoch gestaltete sich der Umzug vom Stellvertreter- ins Chefbüro der Schule nicht ganz reibungslos. Nach einem ersten Ausschreibungsverfahren hatte zunächst ein anderer Bewerber den Zuschlag erhalten. Er habe ganz einfach das Verfahren nachvollziehen wollen, begründet Siesenop im Gespräch mit der HNA seinen Widerspruch. Ein Gericht gab dem 41-Jährigen Recht. In der Konsequenz musste das Verfahren neu ausgeschrieben werden, und der Mitkandidat zog seine Bewerbung zurück. Keine ganz einfache Zeit, gibt Siesenop zu, aber die gesamte Schulgemeinde habe ihm den Rücken gestärkt.

Acht oder neun Jahre zum Abitur? G8 oder G9? Das ist eines nächsten spannenden Themen, das die hessischen Gymnasien beschäftigen wird. Fragezeichen über Fragezeichen: „Die Bedingungen für mögliche Veränderungen sind bis jetzt noch nicht bekannt“, meint Siesenop. Dennoch werde es ab Spätherbst bereits erste Anfragen von Eltern geben. Aus seiner Sicht müsste auch ein Schritt zurück zu G9 sorgsam überdacht werden, um nicht Fehler der Einführung von G8 zu wiederholen. Nach acht Jahren G8 könne nicht einfach so an die neunjährige Schulzeit zum Abitur wieder angeknüpft werden. Seit 2004 sei viel Arbeit investiert worden, G8 so zu gestalten, dass Schüler das Pensum bewältigen können, und „für den überwiegenden Teil sei das kein Problem“.

Zeitliche Belastungen der Schüler sind seiner Ansicht nach durchaus auch an anderer Stelle zu suchen. In den Fokus müssten dabei die Busverbindungen im Umfeld der Schule gerückt werden, übt er vorsichtig Kritik. Teilweise benötigen Schüler mehr als anderthalb Stunden für eine relativ kurze Strecke, häufig nähere sich der Busfahrplan nicht dem Schulbeginn oder -schluss an, erklärt der neue Schulchef.

Und damit ist er bei seinem zentralen Thema angekommen: Denn in die Rolle des Schulleiters zu schlüpfen, sei für ihn nie „die Flucht aus dem Unterricht“ gewesen, sondern einfach eine Möglichkeit mit zu gestalten, sagt Siesenop.

Zwar seien da Grenzen gesetzt, aber es gebe durchaus kleine Schrauben, an denen man drehen könne, zum Beispiel Ausstattung und Arbeitsbedingungen zu schaffen, mit denen Schüler und Lehrer gerne lernen und arbeiten.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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