Rolf W. wurde am Dienstag festgenommen

Frau in Sachsen getötet - Haftbefehl gegen Borkener wegen Mordverdachts

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Spurensicherung am Tatort: Ein Mann aus Borken soll im sächsischen Rossau-Seifersbach eine Frau getötet haben.

Borken/Rossau. Der 53-jährige Rolf W. aus Borken ist in Haft genommen worden. Das Amtsgericht Chemnitz hat Haftbefehl wegen des Verdachts auf Mord und gefährliche Körperverletzung erlassen.

Die Chemnitzer Polizeisprecherin Jana Kindt wollte sich zu Details der Tat wegen der laufenden Ermittlungen nicht äußern.

Im Borkener Stadtteil Großenenglis, wo Rolf W. mit seiner Ehefrau ein Haus hatte, ist die Betroffenheit groß, wie Ortsvorsteher Günther Beisheim im Gespräch mit der HNA sagt.

Am Dienstag war er gegen 15.25 Uhr in Höhe der Anschlussstelle Eisenach-Ost festgenommen worden. Im Auto des Mannes fanden die Polizisten eine Waffe, die sie sicherstellten. Es sei noch nicht klar, ob es sich um die Tatwaffe handelt, teilte die Polizeidirektion Chemnitz mit.

Die Tat geschah am Montagabend gegen 19 Uhr. Der Vater der 39-jährigen Frau hatte die Polizei gerufen, weil der Borkener auf dem Grundstück der Familie um sich schieße. Der Ehefrau konnten die Rettungskräfte nicht mehr helfen, sie starb noch am Ort der Tat. Ein 65-jähriger Familienangehöriger wurde am Bein von einer Kugel getroffen.

Update

Aktualisiert um 12.40 Uhr

Auch ein Streifenwagen der Polizei geriet unter Beschuss. Eine Polizeibeamtin wurde mit einem Schock ins Krankenhaus gebracht. Bei der Fahndung waren auch ein Polizeihubschrauber und Spezialisten des Landeskriminalamtes Sachsen sowie der Polizei aus Hessen und Thüringen im Einsatz.

Nach HNA-Informationen soll der Tatverdächtige bereits einmal im Gefängnis gesessen haben und mehrfach in Schlägereien verwickelt gewesen sein. „Er war immer zu allen Schandtaten bereit“, sagte ein Borkener, der ihn kennt. Die Polizei hatte im Laufe des Dienstags mehrere Hinweise auf den Flüchtigen und sein Auto mit HR-Kennzeichen erhalten, sagte Polizeisprecherin Jana Kindt auf Anfrage der HNA.

In die Fahndung war auch die Kriminalpolizei in Homberg eingebunden, wie Polizeisprecher Reinhard Giesa bestätigte. Insgesamt waren rund 100 Beamte aus Sachsen, Thüringen und Hessen im Einsatz. Anwohner berichteten, dass am Montag über Borken unter anderem ein Polizeihubschrauber flog, es seien auch Spezialeinheiten gesehen worden.

Die getötete Frau war Mutter eines vierjährigen Mädchens, das wie die Großeltern von Psychologen betreut wird. Ob es die Tat beobachtete, ist ebenso unklar wie Hintergründe und Umstände, wie eine Polizeisprecherin sagte. Es deute aber alles auf ein Beziehungsdrama hin.

Frau getötet - Mann aus Borken weiter auf der Flucht

Von Olaf Dellit

Karte: In diesem Ort liegt der Tatort

Quelle: HNA

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