Das Marionettentheater Puppenbühne Wernswig spielt Grimms Märchenklassiker

Frau Holles Wunderland

Die Fäden in der Hand: Beate Schröder, Margit Bartl (Regie), Anette Schneider, Christiane Kunz und Elke Haase erwecken die Märchenwelt von Frau Holle zum Leben. Fotos: Ehl-von Unwerth

Wernswig. Wer kennt sie nicht: Die fleißige Goldmarie, die faule Pechmarie – und Frau Holle, die im Himmel die Betten ausschüttelt, damit es auf der Erde schneit. Den Grimmschen Märchenklassiker in der Fassung von Raphael Protiwensky und für das Marionettentheater bearbeitet von Stefan Kunz, führt die Puppenbühne Wernswig als Weihnachtsstück auf.

Schon beim ersten Blick auf das zauberhafte Geschehen fällt ein regionaler Bezug auf: Als Kulisse der Erdenlandschaft grüßt das charakteristische Homberg-Panorama mit Burgberg und Stadtkirche St. Marien. Ebenso wie für Frau Holles Wolkenwelt war auch dort der Bühnengründer und künstlerische Leiter Stefan Kunz am Werk.

Daneben baute er erneut sämtliche Marionetten, zuweilen gar in doppelter Ausführung: Zunächst mit zünftiger Landhausmode ausgestattet, trägt die Goldmarie nach dem Goldregen ein glitzerndes Gewand. Da ein Umkleiden der Marionette praktisch unmöglich ist, musste eine identische Figur hergestellt werden. Das galt auch für das sprechende Vollkornbrot. Zunächst goldbraun, verwandelte es sich durch die Faulheit der Pechmarie in ein verkohltes, hustendes Teigwesen.

Wie auch der ums Schütteln bittende Apfelbaum steht das Brot in enger Beziehung zu einem speziellen Fabelwesen, das in der Grimmschen Originalfassung nicht auftaucht: Trudbert, Frau Holles leicht griesgrämiger Hauself, der ganz sicher die Herzen der jüngsten Theatergäste im Sturm erobern wird.

Die größte Herausforderung für die Vereinsmitglieder lag weniger in der Inszenierung, als vielmehr in den fortgesetzten Bauarbeiten an der Spielstätte: Eine neue Spielbrücke für mehr Bewegungsfreiheit der Puppenspieler, ein dreidimensionaler Bühnenumbau, die Umstellung auf eine komplett computergesteuerte Licht- und Tontechnik (herausragende Tüftler: Thomas Bartl und Ewald Feld) sowie der Einbau einer neuen Heizungsanlage sorgten für ungezählte Arbeitsstunden.

Die haben sich zweifellos gelohnt: Wenn sich am ersten Adventswochenende (bereits ausverkauft) der Vorhang öffnet, dann erwarten die Akteure ihre Gäste in der behaglichen Wernswiger Märchenwelt von Frau Holle.

• Vorstellungstermine: 5., 12. und 19. Dezember 2010, am 8., 9., 15., 16., 22., 23. und 30. Januar 2011 sowie am 6., 12., 13., 19. und 20. Februar 2011, jeweils um 15 und 17 Uhr.

• Eintritt: Kinder 3 Euro, Erwachsene 4,50 Euro.

• Abendveranstaltung (nur Erwachsene) am 26. Februar, 20 Uhr, mit anschließender Bewirtung. Preis: 15 Euro.

•Karten: nur gegen Vorbestellung bei Christiane Kunz, Tel. 0 56 84/82 49.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

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