Moischeid bleibt für seine Bürger dank vieler Veranstaltungen interessant – Den Ortsbeirat stellen nur Frauen

Die Frauen haben die Hosen an

Gibt der Ortssvorsteherin Halt: Petra Wurmbäck an dem Kunstwerk, das an die 750 Jahr Feier erinnert.

Moischeid. 330 Einwohner zählt die Gilserberger Gemeinde Moischeid. Das Dorf im Hochland machte vergangenes Jahr Schlagzeilen, weil es zu den kältesten Orten Deutschlands zählte. Die zwölf Anwesenden, die zur HNA-Serie Gespräche am Gartenzaun bei regnerischem Wetter im Gasthaus Schneider erschienen sind, winken nur ab. „Aber doch bloß im Winter“, entgegnen sie augenzwinkernd.

Eine, die der HNA-Einladung gefolgt ist, ist Petra Wurmbäck. Die Ortsvorsteherin befindet sich in der zweiten Amtszeit und hat ihren Laden im Griff. Gestutzte Hecken, kein Müll auf der Straße, Moischeid präsentiert sich sauber und freundlich.

Sabine Fischer ist auch da. Sie ist ebenfalls im Ortsbeirat. „Wir sind das einzige Dorf im Kreis, wo der Ortsbeirat nur aus Frauen besteht“, sagt Fischer stolz. Das macht sich natürlich auch im Moischeider Alltag bemerkbar.

Das im Jahr 1971 eröffnete Schwimmbad betreiben sechs Frauen. Den Kiosk führen ebenfalls zwei Damen. Die eine, Marlies Lomp, erzählt, dass erst letzte Woche ein Mann vom Umweltamt da gewesen sei, um das Wasser zu kontrollieren. Die Qualität im 1,85 Meter tiefen Becken ist im grünen Bereich.

Leckere Pommes, viel Kultur

„Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass auch bei der Pommesqualität alles in Ordnung ist“, pflichtet Axel Fischer ihr lachend bei und reibt sich seinen Bauch.

Natürlich prägen auch Männer das Dorfleben. In Feuerwehr, Fußballverein, Motorradclub, Gesangsverein, Bräterclub, Landfrauen oder Spinnstuben organisiert sich die Gemeinde teils geschlechterübergreifend, teils getrennt. Alle zusammen richten dieses Wochenende die Moizeit aus, das große Dorffest. Die Einnahmen werden zu gleichen Teilen an die Vereine ausgeschüttet.

Die Moischeider sind stolz auf ihr reiches Kulturangebot, das die Gemeinde selbst auf die Beine stellt. Sogar Theateraufführungen gibt es. Angebote wie dieses sind für Günter Zankel der Grund, warum es keinen Häuserleerstand in Moischeid gibt. Auch die mehr als 40 Unter-18-Jährigen im Ort werden bedacht: Es gibt einen Jugendraum und zwei Spielplätze. „Das Ziel aller Bemühungen ist, dass Moischeid nicht ausstirbt“, erklärt Sabine Fischer das breite Engagement der Gemeinde.

Was das Dorf ausmacht? „Unser Zusammenhalt“, sagt Freddy Wurmbäck entschieden. „Unser generationsübergreifender Zusammenhalt“, wird er prompt verbessert. Von Eva Knabe. Eine Frau, wie könnte es in Moischeid anders sein.

Von Matthias Hoffmann

Quelle: HNA

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