Holzarbeit im Wald ist nicht nur Männersache - Lehrgang in Altendorf

Frauen an der Kettensäge

Mit Säge und Schutzkleidung: Karin Fischer lässt sich von Martin Vorpahl im richtigen Umgang mit der Motorsäge unterweisen. Sehr zur Freude von Annalena, Heike, Theresa Brede, Petra Jakobi, Mareike Boos, Tanja Rabanus und Sonja Richhardt. Foto: Sommerlade

Altendorf. Heike, Annalena und Theresa Brede sind resolute Frauen. Auf dem heimischen Hof in Altendorf legen sowohl die 46-Jährige als auch ihre beiden Töchter gern Hand an. „Nur beim Holzschneiden mussten wir bisher passen und die Arbeit unseren Vater überlassen“, erklären Theresa und Annalena. Papa allein im Wald - das sollte sich nach Auffassung der Schwestern bald ändern.

Die Anregung von Karin Fischer, einen Kettensägelehrgang für Frauen unter der Anleitung des Forsttechnikers Martin Vorpahl zu organisieren, kam ihnen da gerade recht.

Dass dies „eine echt gute Idee“ sei, fand auch Sonja Richardt und stellte kurzerhand die Örtlichkeit auf dem Richardthof für den Lehrgang zum Erwerb des „Motorsägen-Scheins für liegendes Holz“ zur Verfügung.

Am Samstagvormittag war es dann so weit. Mit Schutzkleidung, Motorsäge und viel Tatendrang versammelten sich insgesamt acht wissbegierige Frauen um die große Motorsäge auf dem Podest vor dem riesigen Holzhaufen auf dem Altendorfer Hof.

„Wichtig ist erst einmal die theoretische Unterweisung. Die Teilnehmerinnen sollten wissen, wie eine Motorsäge mit allen sicherheitstechnischen Einrichtungen aussieht, bevor sie mit der Übung loslegen“, so der 32-Jährige.

In der theoretischen Einweisung gab der Experte zudem Hinweise zur Pflege und Wartung sowie zu unfallverhütenden Maßnahmen. „Niemand sollte sich im Gefahrenbereich der Sägeschiene aufhalten. Wichtig ist auch ein sicherer Stand und ein fester Griff“, so Vorpahl. Neben dem Starten der Säge war aber genau das für die Teilnehmerinnen eine der größten Herausforderungen.

„So ein Teil wiegt zwischen sieben und zehn Kilo. Da fällt das dauerhafte Festhalten schon etwas schwer.“

Karin Fischer Kursteilnehmerin

„So ein Teil wiegt zwischen sieben und zehn Kilo. Da fällt das dauerhafte Festhalten schon etwas schwer“, sagte Karin Fischer. „Als Frau muss man sich dann doch etwas mehr anstrengen. Das erfordert viel Frauenpower an der Säge.“

Das bestätigte auch Petra Jakobi. Vor der Motorsäge hatte die 51-Jährige aus Naumburg schon seit jeher großen Respekt. „Ich traue mir vieles zu, aber die Motorsäge genieße ich mit Vorsicht.“

Die Bedenken der Teilnehmerinnen ernst zu nehmen, war auch Martin Vorpahl ein wichtiges Anliegen. „Daher ist dieser Kurs ja eingerichtet worden. Die Frauen sind unter sich und trauen sich mehr zu als in gemischten Gruppen“, weiß der Forsttechniker aus Erfahrung.

Voller Eifer war auch Mareike Boos aus Viesebeck bei der Sache. „Ich bin prinzipiell offen für Neues“, so die 20-Jährige. „Daher mache ich bei diesem Lehrgang mit. Bisher habe ich auch schon viel Spannendes erfahren. Vor allem aber hatte ich viel Spaß mit den anderen Teilnehmerinnen.“

Am Ende freuten sich die Teilnehmerinnen aber nicht nur über die gute Stimmung, sondern auch über die Zertifikate aus den Händen von Martin Vorpahl.

Von Martina Sommerlade

Quelle: HNA

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