TSV Mardorf feiert sein 100-jähriges Bestehen – Aktiv bei Fußball und Gymnastik

Frauen kicken und tanzen

Immer am Ball: Tanja Altrichter und Sandra Melchior bereiten sich auf die 100-Jahr-Feier ihres Vereins vor. Foto: Thiery

Mardorf. Selbst in Zeiten der Frauenfußball-WM haben die Damen es mit der Akzeptanz ihres Sports nicht immer leicht. Davon können auch die Mardörfer Fußballerinnen berichten. Als sie 2001 eine eigene Sparte im TSV Mardorf einrichteten, wurden sie von vielen Seiten belächelt. Im Jahr des 100-jährigen Bestehens jedoch spielen 30 Frauen in zwei Klassen Fußball, eine Mädchenmannschaft ist im Aufbau.

„Dass der Frauenfußball eine so große Rolle in dem Verein spielen wird, hätten wir nicht gedacht“, sagt die 2. Vorsitzende Tanja Altrichter. Die Beliebtheit hat so zugenommen, dass die meisten Spielerinnen gar nicht mehr aus dem Ort kommen, sondern aus der Umgebung anreisen, um mit den Trainern Michael Kunz und Christian Marx zu trainieren. Nur vier Frauen sind aus Mardorf.

1911 bestimmten die Männer

Das hätte es 1911 nicht gegeben. Damals, im Gründungsjahr des TSV, waren es die Männer, die den Sportverein ins Leben riefen; in der Hauptsache, um zu turnen. Trainingsort war zunächst der Saal in der Gaststätte Muche.

Aber auch die Männer wurden von den Dorfbewohnern kritisch beäugt. Sporttreiben war damals wenig populär. Das Interesse an Wettkämpfen jeglicher Art wuchs erst mit der Zeit. Die Kriege legten den Sport im Ort zunächst einmal lahm. Erst 1946 wuchs das Bewusstsein für die Freizeitbeschäftigung wieder, sagt Schriftführerin Sandra Melchior.

In den 50er-Jahren wurden der Sportplatz am Stoß gebaut und die ersten Fußbälle ins Tor gekickt. Damals hatte der Verein 66 Mitglieder, neben dem Fußball gab es eine kurze Blütezeit für den Damen-Handball.

Heute zählt der Verein 238 Mitglieder, 130 Frauen und 108 Männer. Neben den Frauen gibt es die Herren, die Fußball in der Kreisklasse B spielen. Die Zeiten der Spielgemeinschaft mit Hebel sind vorbei.

Eine große Rolle spielt noch die Frauen-Gymnastik, dazu gibt es eine Jazzdancegruppe und eine Mannschaft, die Fußballtennis spielt. 2010 packten alle mit an und bauten am Sportplatz ein Vereinsheim. Dort, rund um den Sportplatz und im Festzelt im Dorf wird am Wochenende gefeiert.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

Kommentare