Neue Wege zurück in den Beruf

Frauen können sich beim Frühstück zum Thema Jobsuche informieren

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Sie beraten interessierte Frauen bei einem Frühstück: von links Bärbel Kesper und Kerstin Wickert-Strippel von der Agentur für Arbeit in Korbach und Sabine Wassmuth, Frauenbeauftragte der Stadt Felsberg.

Schwalm-Eder. Wie schaffe ich nach einer längeren Pause den Wiedereinstieg in den Beruf? Um diese Frage geht es bei einem Frauenfrühstück, zu dem die Agentur für Arbeit Korbach und das Felsberger Mehrgenerationenhaus für Mittwoch, 11. September, einladen.

Beginn ist um 10 Uhr im Mehrgenerationenhaus, Untere Birkenallee 19 - 21 in Felsberg.

Knapp 2500 Frauen im Schwalm-Eder-Kreis sind derzeit arbeitslos gemeldet. Doch in Wirklichkeit gibt es wahrscheinlich noch deutlich mehr Frauen, die gern wieder arbeiten würden, sagt Bärbel Kesper, Beauftragte für Chancengleichheit bei der Agentur für Arbeit Korbach. "Wie groß diese stille Reserve ist, wird aber nirgendwo erfasst", räumt sie ein.

Vielen droht Altersarmut

Es gebe viele Gründe, warum Frauen der Wiedereinstieg ins Berufsleben schwer falle, erklärt Kespers Kollegin Kerstin Wickert-Strippel. "Die Kinderbetreuung in den Randzeiten ist immer noch ein Problem." Eine Bäckereifachverkäuferin müsse zum Beispiel morgens um sechs schon hinter der Theke stehen, die Kita öffne aber oft erst später. "Gerade hier im ländlichen Raum sind die Wege zum Arbeitsplatz außerdem sehr weit, und mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man nur schlecht ans Ziel", führt Wickert-Strippel weiter aus.

Trotz dieser Hindernisse sei es wichtig, dass Frauen schnell wieder eine Arbeit fänden auch dann, wenn sie Kinder haben oder Angehörige pflegen. "Denn sonst droht ihnen Altersarmut", sagt Sabine Wassmuth, Frauenbeauftragte der Stadt Felsberg. "Früher gab es ja eine Rente speziell für Frauen, aber die wurde abgeschafft", erklärt Wickert-Strippel. Auch das Scheidungsrecht habe sich geändert. Wenn eine Ehe zerbreche, stünden die Frauen plötzlich ohne Einkommen da.

Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen sind nicht gerade ermutigend für Frauen: Sie finden im Schwalm-Eder-Kreis derzeit schwerer eine Stelle als Männer, sagt Uwe Kemper, Leiter der Agentur für Arbeit Korbach. "Wir suchen noch nach den Ursachen", erläutert Kemper. Die Zahl der arbeitslosen Frauen stieg im August um 248 gegenüber dem Vorjahr.

Es gibt aber auch positive Signale, sagt die Chancengleichheitsbeauftragte Kesper: "Die Frauenbeschäftigung ist in den vergangenen zehn Jahren doppelt so stark gestiegen wie die der Männer." Und ihre Kollegin Wickert-Strippel betont: "Arbeitgeber legen Wert auf gut ausgebildete Frauen."

Deshalb hoffen die Veranstalter, dass möglichst viele Frauen zum gemeinsamen Frühstück kommen und sich über einen möglichen Wiedereinstieg ins Berufsleben informieren. Die Hemmschwelle soll möglichst niedrig sein anmelden muss man sich deshalb nicht.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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