Beim Reformationsfrauentreffen ging es um Mut sich aufzulehnen

Kollekte: Helga Flesner sammelt für das Frauenhaus Homberg, die Katastrophenhilfe Diakonie und für die Flüchtlingsberatung des Diakonischen Werks. Fotos: Rose

Schwarzenborn. „Misch dich ein – wag dich zu neuen Ufern“ – unter diesem Motto stand das Reformationsfrauentreffen am Mittwoch und Donnerstag in der Schwarzenborner Kulturhalle.

Der Kirchenkreis Ziegenhain hatte zu der Veranstaltung eingeladen, die Pfarrerin Gloria Dück - im Sprengel Hersfeld mit der Frauenarbeit beauftragt - und Pfarrerin Karin Schwalm aus Olberode organisierten.

Im Mittelpunkt der Treffen stand gemäß der Lutherdekade Reformation und Politik. Mitgestaltet wurde das zweistündige Programm von Helga Flesner, Sonja Biedebach, Elfriede Keim, Ilona Riess, Edda Broschek, Marie Surhoff, Ursel Kister und Erika Schneider.

Für die musische Gestaltung sorgten am Abend die Band „Das Kirchspiel“ um Pfarrer Markus Wagner-Breidenbach, am Nachmittag spielte Organistin Renate Fröhlich.

Auch die Reformatoren hätten sich eingemischt. Ihre Einsichten und Veränderungen hinterließen kulturelle Spuren, die bis heute gesellschaftliche Bedeutung hätten – „das Verständnis von Bildung als staatliche Aufgabe, eine Neubewertung der Frau“. Gloria Dück verdeutlichte: „Im Grunde ist jede Art der Einflussnahme und Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens Politik.“

Schon die Bibel erzählte von Frauen, die sich einmischten und auflehnten. Dazu gehöre Mut – früher wie heute.

Auch Pröpstin Sabine Kropf-Brandau machte den Zuhörerinnen Mut: „Es ist angenehm, an Altem festzuhalten. Dennoch ist ein Aufbruch oft nötig. Wir sind in guter Gesellschaft. Auch Abraham und Sarah brachen auf, gingen volles Risiko ein.“ Denn es lohne sich: „Neuanfänge machen uns stark und reif.“ Auch lohne es sich, an Luther zu denken: „Hier stehe ich und kann nicht anders. Gott helfe mir.“

In kurzen Szenen stellten die Frauen dem Publikum Persönlichkeiten des Alten Testaments vor – politisch aktive Frauen in der hebräischen Bibel:

Früh Einfluss genommen

„Es gab Prophetinnen, aber auch Richterinnen, die das Leben der Gemeinschaft beeinflussten“, sagte Dück. Wie wichtig es heute ist, sich einzumischen, zeigten die Akteure im kurzen Schauspiel. Hierbei ging es um Fairen Handel, das Bewusstsein für die Umwelt und die Rechte von Frauen – weltweit. Immer wieder wurde das Gesagte in Gesungenem unterstrichen.

Bei Laugengebäck und Getränken wurde in der Pause eifrig über das Thema diskutiert.

Die Kollekte sammelten die Frauen für das Frauenhaus Homberg, die Katastrophenhilfe Diakonie – die sich unter anderem im Kampf gegen Ebola einsetzt – und für die Flüchtlingsberatung des Diakonischen Werks im Kreis. (zsr)

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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