Bündnis organisierte Fachtagung für Frauen auf dem Land in Hephata

Die Frauen stark machen

Fachtagung: Die Organisatorinnen und Referentinnen der Tagung, darunter die Frauenbeauftragte des Kreises, Trudi Michelsen (ganz links), Sonja Pauly für die Regionalforen (Fünfte von links) und Gastrednerin Dr. Anna Runzheimer aus dem Ministerium (Siebte von rechts). Foto: Rose

Treysa. „Frauen Macht im ländlichen Raum“ – unter diesem Motto stand am Samstag eine Fachtagung im Diakoniezentrum Hephata, veranstaltet von acht Institutionen aus Politik, Wirtschaft und Kirchen. Das breite Bündnis aus Frauen sollte anderen Frauen Mut machen, sich im ländlichen Raum stärker politisch zu engagieren und ihre Stimmen zu erheben.

„Wir möchten den Blick auf Fördermöglichkeiten öffnen und Frauen dazu motivieren, sich auch in männerdominierten Runden einzubringen“, erklärte Mitorganisatorin Sonja Pauly. Insbesondere der Bereich der Wirtschaftsförderung werde noch immer von Männern geprägt. „Frauen auf dem Land haben den Blick für die Daseinsvorsorge. Manchmal fehlt es, auch die Stimme zu erheben“, sagte die Frauenbeauftragte des Schwalm-Eder-Kreises, Trudi Michelsen. Frauenspezifischen Bedürfnissen würde selten Rechnung getragen.

Das bestätigte auch Landtagsabgeordnete Regine Müller. Die 55-Jährige aus Ziegenhain beschrieb ihren „Weg durch die Institutionen“: „Zum Glück geht heute kein Weg mehr an den Frauen vorbei – ich bin eine große Anhängerin der Quote“, erklärte Müller.

Auch Moderatorin Dr. Renate Buchenauer aus Marburg ermutigte die Zuhörerinnen, sich politisch zu engagieren. Dr. Anna Runzheimer vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sprach in ihrem Vortrag zum Thema „Potenziale bieten Perspektiven“: Sie plädierte für gleiche Verwirklichungschancen und zeigte deutlich die Defizite auf – etwa bei der Frauenerwerbsquote, dem Wiedereinstieg in den Beruf oder dem Anteil an Frauen in Führungspositionen. „Bei uns im Haus gibt es acht Fachabteilungen, drei werden von Frauen geleitet – das ist die Ausnahme.“

Gezielt fördern

Zu den Problemen gehörten ein geringes Arbeitsangebot, eine geringe Abdeckung von Gütern und Dienstleistungen und der ärztlichen Versorgung. Durch gezielte Förderung, etwa durch die hessischen Regionalforen - die immerhin zur Hälfte von Managerinnen geleitet würden - wolle man hier unterstützen. Bis 2020 plane das Land, insgesamt 650 Millionen Euro einzusetzen. Hinzu kämen Co-Finanzierungen aus Fördertöpfen der EU.

Geld für Öko-Landbau

Aus freien Landesmittel kämen weitere 330 Millionen dazu, unter anderem für den so genannten Öko-Aktionsplan. Er solle den Öko-Landbau weiter voran bringen.

Ein weiteres Anliegen der Landesregierung sei die flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet sowie die Förderung von Forschung und Innovation. Im Anschluss lernten sich die Frauen in Workshops kennen, knüpften Kontakte und arbeiteten zu Themen wie Coaching, Existenzgründung und Beteiligung an Demokratie.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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