Frauengruppe trifft sich seit zehn Jahren zum täglichen Schwimmen in Ziegenhain

Keinen Tag ohne eine Runde im Ziegenhainer Freibad: von links Irma Rohde, Ingeborg Huck, Dorothea Wolf, Ursula Dachs, Ute Kraft, Wolke Heidelbach, Gerdi Gemeinhardt und Sabina Schaaf sind in der Saison regelmäßige Gäste. Foto: Rose

Schwimmen ist keine Frage des Wetters: Darin sind sich Irma Rohde, Ingeborg Huck, Dorothea Wolf, Ursula Dachs, Ute Kraft, Wolke Heidelbach, Gerdi Gemeinhardt und Sabina Schaaf einig. Schwimmen ist zudem noch gesund und vor allem gesellig, findet die Damentruppe, die sich seit zehn Jahren im Ziegenhainer Freibad trifft.

Vom ersten bis zum finalen Tag der Saison sind die Damen bis 74 Jahre morgens die ersten, die ins Schwimmerbecken hüpfen. „Wir treffen uns täglich, egal, wann das Bad nun öffnet“, erklärt Sabina Schaaf.

Die Öffnungszeiten haben sich in den vergangenen zehn Jahren immer wieder geändert: Wirklich früh, ab 7.30 Uhr, öffnet das Bad aktuell nur an zwei Tagen in der Woche. Wochenends ab 9, an den anderen Tagen um 10 Uhr. „Ich fand es morgens immer besonders schön“, sagt Ingeborg Huck, „wenn der Nebel über das Wasser wabert.“

Regen kein Hindernis

Seit dem 30. Mai scheuen die Frauen weder Regen noch Kühle. „Die kühlste Wassertemperatur lag bei 16 Grad“, erzählt Ingeborg Huck. „Ich war auch schon im Wasser, obwohl ich morgens zuhause noch mein Auto freigekratzt habe.“

Die Frauen finden es nicht nur toll, in Gesellschaft zu schwimmen: „Die Leute denken immer, es müsste alles auf Krankenschein geben. Aber es kann jeder etwas für seine Gesundheit tun“, sind die Schwalmstädterinnen überzeugt. Dabei steht nicht allein der sportliche Ehrgeiz im Vordergrund, sagt Ute Kraft: „Je nachdem, was an der Tagesordnung ist, wird auch gern über Politik diskutiert. Wir finden auf alles eine Antwort.“

Auch das Frühstück verlegen die Damen gern kurzerhand ins Freie: Stilecht mit Kaffee aus Porzellantassen genießen sie ihren Morgen am Rande des Beckens. Bestens verstehen sich die Frauen mit den Schwimmmeistern Frank Schulz und Reinhold Falz. „Nicht selten laden wir sie auch zum Frühstück ein“, erzählt Sabina Schaaf.

Feste Gemeinschaft

Die feste Gemeinschaft achtet aufeinander. Besonders, wenn mal eine der Damen fehlt. „Dann rufen wir bei derjenigen an“, so Ingeborg Huck. Wer in den Urlaub fahre, habe sich sowieso vorher abzumelden, scherzt Sabina Schaaf: „Sonst schalten wir eine Vermisstenanzeige.“ Man kennt sich im Ziegenhainer Freibad: „Bis vor zwei Jahren kamen immer noch zwei 90-jährige Damen“, erinnert sie sich. Auch Kurt Herbert Hoffmann (68) ist regelmäßiger Gast. Er wundert sich, warum nicht mehr Besucher das Freibad besuchen. „Für eine Stadt in der Größe müsste doch mehr los sein.“

Die Damengruppe wird dem Freibad jedenfalls weiterhin die Treue halten. „Das Becken hat etwas Endloses und das Wasser ist durch die neue Anlage wirklich immer schön warm“, sagen sie.

Auch im Winter treffen sich die Frauen. Dann wird ein Mal im Monat geklönt und im Café Stübing in Ziegenhain ein Kaffee zusammen getrunken.

Quelle: HNA

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