Ausstellung eröffnet

Frauenleben im Mittelalter: Ungeschönte Einblicke 

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Die Ausstellung „Frauenleben im Mittelalter“ im Museum Wolfhager Land ist eröffnet: Museumsleiterin Beate Bickel (von links), die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Selbert und der Zweite Vorsitzende des Museumsvereins Tasso Minkner begrüßten die Gäste. Die Kasseler Sparkasse unterstützt die Museumsarbeit in diesem Jahr mit 6000 Euro. Regionaldirektor Karsten Kroll übergab einen Scheck. Dr. Alice Selinger hat die Wanderausstellung konzipiert und führte in die Ausstellung ein. 

Wolfhagen. 18 Stunden Arbeit am Tag, Zwangsprostitution, Abhängigkeit von Männern, viele Schwangerschaften und Fehlgeburten – das Leben für Frauen war im Mittelalter hart. Eine Wanderausstellung im Regionalmuseum Wolfhager Land gewährt Einblick in diese Zeit.

Jetzt wurde sie eröffnet.

Kunsthistorikerin Dr. Alice Selinger aus Dreieich hat die Ausstellung entwickelt. In acht bundesdeutschen Städten hatte zuvor die Schau die Aufmerksamkeit von Besuchern auf sich gezogen, die sich für Frauenleben im Mittelalter interessieren. In ihrem Vortrag zeichnete Selinger ein düsteres Bild: Die Lebenserwartung des weiblichen Teils der Landbevölkerung war gering. Dafür sorgten Seuchen und Krankheiten. Weil Frauen die meiste Zeit des Tages arbeiteten, übernahmen oft ältere Kinder die Aufsicht über die Jüngsten. Die waren überfordert, Unfälle ließen die Sterberate ansteigen.

Frauen bereiteten Essen zu, sie holten Wasser und sorgten sich um die Feuerstelle, sie stellten Kleidung und Decken her, kümmerten sich um die Wäsche, brauten Bier, siedeten Seife und waren zuständig für die Familie. Lediglich Adlige, Heilige und Mystikerinnen führten ein einfacheres Leben und hatten Zugang zu Bildung – sie waren die Ausnahmen.

Ergänzt wird die Ausstellung um einen Teil, der sich mit Frauen aus dem Wolfhager Land beschäftigt, die zwischen 1231 (erste urkundliche Erwähnung Wolfhagens) und dem 15. Jahrhundert Spuren in der Region hinterlassen haben.

Öffnungszeit: Dienstag bis Donnerstag, 9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag, 14 bis 17 Uhr. Die Ausstellung kann bis Sonntag, 13. November, besichtigt werden.

Quelle: HNA

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