Red Hot Chilli Pipers gaben im Wolfhager Kulturzelt Rockhits schottische Würze

Red Hot Chili Pipers rockten das Wolfhager Kulturzelt

Schottisch und energiegeladen: Zum dritten Mal waren die Red Hot Chilli Pipers zu Gast im Wolfhager Kulturzelt. 400 Besucher gaben sich der Dudelsackmusik hin. Foto: Hoffmann

Wolfhagen. Dudelsackmusik weckt im Idealfall Bilder von verträumten Tälern und romantischen Schlössern, Whisky und endlosen Highlands.

Sie kann aber auch ganz schön nerven, ist „Gedudel“ schließlich nicht umsonst ein Synonym für nervige Musik. Davon kann keine Rede sein, wenn die Red Hot Chilli Pipers zum schottischen Nationalinstrument greifen, denn sie entlocken ihm Klänge, die dem Wort Schottenrock eine ganz neue Bedeutung verleihen. Den haben sie nämlich nicht nur an, den spielen sie auch, und davon können die Wolfhager anscheinend nicht genug bekommen.

Auch beim dritten Kulturzelt-Auftritt der neunköpfigen Kombo kam am Donnerstagabend das chilischarfe Partyrezept wieder an. Die Zutaten: eine erstklassige Rockband bestehend aus Bass, Gitarre, Schlagzeug, Keyboard und Percussion, dazu bekannte Melodien. Gewürzt wurde das alles mit schottischer Folklore. Frech, sexy und unglaublich unterhaltsam. Faszinierend und originell, vielleicht ein wenig abgedreht. Eine Mischung jedenfalls, die die Red Hot Chilli Pipers zu einem Unikat auf den internationalen Konzertbühnen macht.

Kampf: Dudelsack gegen Gitarre

Wenn Deep Purples „Smoke on the Water“ zum Battle zwischen Dudelsack und E-Gitarre wird, ist es für die Ohren Genuss und Freude zugleich. Der durch Mark und Bein gehende Klang des Dudelsacks wetteifert mit der kreischenden Gitarre. Wer wird das Duell gewinnen? Wer kann das legendäre Ritchie-Blackmoore-Riff am besten spielen? Wer wird den Fans mehr einheizen? Sie taten es gleichermaßen und spätestens jetzt war der Zuhörer geneigt, die am Eingang verteilten Ohrenstöpsel weit hinter sich zu werfen, sollte dies nicht bereits beim unter die Haut gehenden „Amazing Grace“ geschehen sein.

Facettenreiche Obertöne

Kevin MacDonald, Kyle Warren und Gordan McCane entlockten ihren Sackpfeifen eine üppige Klangpracht aus weichen Bässen und facettenreichen Obertönen. Die Absolventen der „Royal Schottish Acadamy of Music“ gingen dabei in Harmonie mit den Rocker-Kollegen bis an ihre Grenzen. Einziger Kritikpunkt bleibt, dass die Show an manchen Stelle einfach zu einstudiert, zu professionell wirkte. Jede Pose, jede Ansage schien auf den Punkt geplant, etwas mehr Improvisation würde den Peppers an zusätzlicher Schärfe gut zu Gesicht stehen.

Doch was soll’s, Spaß machte es allemal, schließlich sind sie ja fast schon so etwas wie die Maskottchen des Kulturzeltes. Das sind sie wohl auch gerne wieder, und die Wolfhager hätten sicher nichts dagegen. Der Jubel der rund 400 Besucher jedenfalls ließ daran nicht zweifeln.

Heute Abschlussabend im Kulturzelt: 19 Uhr Vorsicht Gebläse, ab 20.45 Übertragung der EM-Begegnung Deutschland - Portugal auf Großbild-Leinwand. Nach dem Fußballspiel geht es weiter mit Vorsicht Gebläse.

Quelle: HNA

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