Martina Eisenreich und Andreas Hinterseher gastierten in Treysa

19. Hospialkonzert:  Frecher Mix furioser Musik

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In die Tiefe: Ihr gleichnamiges Programm präsentierten Martina Eisenreich und Andreas Hinterseher (rechts), unterstützt von Wolfgang Lohmeier.

Treysa. Es wirkt traumwandlerisch, ja fast ein wenig magisch, wenn Martina Eisenreich und Andreas Hinterseher orchestrale Filmmusik, Klassiker und Folkloreklänge waghalsig mit Gipsy, Jazz und World Music mischen.

Die Geigerin und Komponistin und der Akkordeonspieler gastierten am Samstag in der Treysaer Hospitalskapelle – sie gaben das 19. Konzert der gleichnamigen Reihe. Vor ausverkauftem Haus präsentierten die rothaarige Virtuosin und ihr musikalisch nicht blasser Duettpartner ihr Programm „Into the deep“. Initiator Stefan Reitz versprach den Zuhörern „angenehme, sinnliche Musik“ – und mit jedem Werk stellte sich zwischen Gästen und Musikern ein Stückchen mehr Wohlgefühl ein. „Kein Wunder, wir sind ja auch in unserer Liebingslied und spielen vor unserem Lieblingspublikum“, verriet Martina Eisenreich mit einem Augenzwinkern. Leichtfüßig – vielleicht spielte die Geigerin deshalb ohne Strümpfe – interpretierte sie einen Musette-Walzer, umgeben von schmeichelnden Akkordeon-Klängen – unaufdringlich und doch von einer beeindruckenden Eingänglichkeit und Tiefe.

Astor Piazzollas „Oblivion“, was so viel bedeutet wie Vergessenheit, dürfte bei den Zuhörern sicher nicht in selbige geraten. Dass beide Musiker die Leidenschaft für große orchestrale Besetzungen teilen, spiegelte sich in eigenen Bearbeitungen wider: „Wir haben nach dem Kern, der Substanz, gesucht. Zufällig geht das genau mit uns Beiden“, erklärte die charmante Komponistin mit warmer Stimme. Perfekt – buchstäblich mit geschlossenen Augen – harmonierte das Duo beim Liebesthema aus „Spartacus“. Dabei lag in der Auswahl der Werke keine Beliebigkeit: Überraschend, temperamentvoll, expressiv und bisweilen „merkwürdig“ muteten die Klänge an.

Individuelle Tonfarbe

Und dabei bedienten sich Eisenreich und Hinterseher einer sehr individuellen Tonfarbe. Die Geigerin zupfte, strich und klopfte auf den Saiten, der Akkordeonist entlockte dem Instrument ein Spektrum von gehauchten über kraftvolle bis hin zu brachialen Klängen. Inspiriert von einer Reise durch Tunesien entstand das Stück „Ein Morgen in Tunis“. Vom überfahrenen Geisbock in den Karpaten erzählte ein expressives Werk mit „Schlagwerk-Sammelsurium“, hervorragend unterstützt von Musiker Wolfgang Lohmeier an Cachon und Co – furiose, skurrile Klangwelten voller beeindruckender Virtuosität.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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