Stadtverordnete in Spangenberg stimmen zu

Weg frei für Windkraft - Bau von sechs Anlagen geplant

Windrad bei Körle: Bis zu sechs Anlagen könnten in Spangenberger Gemarkung aufgestellt werden. Foto: Archiv

Spangenberg. Auf Spangenberger Gemarkung könnten bis zu sechs Windkraftanlagen gebaut werden. Dem haben die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstagabend mit einer Gegenstimme zugestimmt – unter dem Vorbehalt, dass die Fläche in den Regionalplan aufgenommen wird.

„Wir müssen zwischen Teufel und Beelzebub entscheiden.“

Bei der Abstimmung ging es um ein etwa 36 Hektar großes Gebiet, das der Stadt Spangenberg gehört und auf der 214 Hektar großen Vorrangfläche Wildsberg liegt. Diese erstreckt sich von Adelshausen bis nach Bergheim. Mit Windgeschwindigkeiten von 5,75 und 6,5 Metern pro Sekunde käme dieses Gebiet für den Bau von Windkraftwerken in Frage.

Die Vorrangfläche Wildsberg befindet sich zum größten Teil im Besitz von Hessen Forst, Spangenberg ist die einzige Kommune, der ebenfalls ein Stück gehört. An die Vorrangfläche grenzen aber auch Ortsteile von Melsungen, Morschen und Malsfeld.

Ob tatsächlich Windkraftwerke in dem Gebiet gebaut werden, ist allerdings noch unklar: „Erst müssen Gutachten erstellt werden“, sagte Spangenbergs Bürgermeister Peter Tigges auf Anfrage. Etwa in einem Jahr werde feststehen, ob gebaut wird.

Spangenberg will den Vertrag mit der Firma Ventotec, die schon den Windpark auf der Stölzinger Höhe zwischen Spangenberg und Waldkappel plant, entsprechend erweitern.

Leicht gemacht haben sich die Spangenberger Stadtverordneten die Abstimmung nicht: „Wir müssen zwischen Teufel und Beelzebub entscheiden“, sagte Peter Scheben (CDU), „einerseits ist das ein massiver Eingriff in unsere Landschaft, andererseits haben wir Haushaltszwänge.“ Die Stadt Spangenberg könnte dank der Pachteinnahmen finanziell von den Windkraftanlagen profitieren. Auch die Bewohner der Stadt könnten sich beteiligen.

Die Spangenberger Stadtverordneten wollen, dass bei der Planung eines möglichen Windparks die noch zu gründende Gesellschaft Fulda-Eder-Energie (Fee) einbezogen wird. Die Fee, an der sich neben Spangenberg auch Edermünde, Körle, Gudensberg, Morschen, Guxhagen, Malsfeld, Melsungen und Niedenstein beteiligen wollen, soll das Stromnetz der neun Kommunen von der Eon zurückkaufen.

Quelle: HNA

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