In Eigenregie: Malsfelder Wehr hat als erste im Landkreis Führerscheinprüfung gemacht

Freie Fahrt für Feuerwehr

Geschafft: Heiko Pöhler, vorne, und Sebastian Fischer hinterm Lenkrad dürfen jetzt Feuerwehrfahrzeuge fahren. Ihre Ausbilder Kai-Uwe Schulz, Mario Hedderich und in der Tür Thomas Lauterbach haben einen guten Job gemacht. Foto: Dewert

Malsfeld. Der Feuerwehrnachwuchs in den Einsatzabteilungen verfügt häufig nicht über die benötigten Führerscheinklassen. Die Malsfelder Feuerwehr hat als erste Wehr im Landkreis zwei junge Männer selbst ausgebildet.

Sonntag war Prüfung: Sebastian Fischer und Heiko Pöhler besitzen jetzt die Fahrberechtigung für Feuerwehrfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 7,49 Tonnen.

„In den Einsatzabteilungen wird es immer enger“, sagt Oliver Garde, Gemeindebrandinspektor. Mit jedem älteren Mitglied, das aufhöre, verlasse ein potenzieller Fahrer die Wehr. Ältere Semester haben mit dem Führerschein der Klasse 3 automatisch das Recht, Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von bis zu 7,5 Tonnen zu fahren.

Erlaubnis ist eingeschränkt

Voraussetzung für das Fahren von schwerem Gerät ist außerdem der Maschinistenlehrgang. „Wir hatten daher nur zwei junge Mitglieder, die in Frage kamen“, sagt Garde. Weitere junge Feuerwehrleute würden daher jetzt den Lehrgang absolvieren.

Ein Erlass des Landes Hessen hat in diesem Jahr erstmals ermöglicht, dass die Feuerwehren intern Mitglieder im Führen der Fahrzeuge ausbilden. Die Erlaubnis gilt allerdings nur für Rettungsfahrzeuge bei Feuerwehr und Katastrophenschutz. „Wir sind dennoch froh für diese Möglichkeit. Die interne Ausbildung hat vieles vereinfacht“, sagt Garde.

Thomas Lauterbach, Kai-Uwe Schulz, Mario Hedderich und Alexander Feix – drei Berufskraftfahrer und ein Kfz-Technikermeister haben dem Nachwuchs in 20 Stunden Theorie und Praxis vermittelt.

„Wir durften einen abgesperrten Teil des Parkplatz des Maxi-Autohofes nutzen“, sagt Kai-Uwe Schulz. So musste man nicht in den öffentlichen Verkehr. Rückwärts einparken, Slalom fahren und mit einem Anhänger rangieren standen unter anderem auf dem Programm.

Die Malsfelder Wehr hat den jungen Männern mehr Stunden ermöglicht als vorgesehen: „Man braucht schon ein Gefühl für das Fahrzeug. So ganz einfach ist das nicht“, sagt Ausbilder Mario Hedderich. Auf dem Weg zum Einsatz dürfe nichts schief gehen. Es komme nicht jeder als Fahrer in Frage. „Einen Heißsporn brauchen wir nicht. Sicherheit geht vor Schnelligkeit.“

Ein Heißsporn ist Sebastian Fischer demnach nicht. Denn der 20-jährige Ostheimer legte mit Heiko Pöhler am Sonntag erfolgreich die Prüfung ab.

Unter den Augen von Heinz Boßmann, dem Vorsitzenden des Melsunger Kreisfeuerwehrverbandes, mussten sie jeweils eine Stunde im Hinterland ihr fahrerisches Können unter Beweis stellen.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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