Rechtsradikale Gruppe aus dem Landkreis ist vernetzt

Freie Kräfte Schwalm-Eder: Experte vermutet Kontakt nach Thüringen

Schwalm-Eder. Die rechtsradikalen Freien Kräfte Schwalm-Eder könnten eine Verbindung zu rechtsextremen Gruppen in Thüringen gehabt haben – der Heimat der Terrorzelle um Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Der Kasseler Soziologe und Kenner der Rechten Szene, Helge von Horn, schließt das nicht aus.

Im Landesamt für Verfassungsschutz Hessen wird derzeit die gesamte Aktenlage geprüft. Die Beamten der Fachabteilung Rechtsextremismus in Wiesbaden überprüfen sämtliche Bezüge rechtsradikaler Gruppierungen. Das war am Mittwoch aus Sicherheitskreisen zu erfahren. In diesem Zusammenhang würden auch die Kontakte und Bewegungen der Freien Kräfte nochmals durchleuchtet.

Für die Thüringen-Connection spreche laut Horn auch, dass Kevin S., der Schläger vom Neuenhainer See, häufig in Jena gewesen ist. Er pflegte offensichtlich enge Kontakte zum Thüringer Heimatschutz, einer Gruppe, zu der auch Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt eine enge Bindung gehabt haben.

Die Rechte Szene in Thüringen unterscheide sich aber von der im Landkreis. Bei Internet- und Videoauftritten seien die Thüringer führend gewesen. Nach Meinung von Horn gibt es weitere gravierende Unterschiede: Zu aufwändig geplanten Gewalttaten seien die Freien Kräfte bisher nicht in der Lage gewesen, urteilt der Experte. Bei dem Überfall auf ein Zeltlager der solid-Jugend am Neuenhainer See, dem Angriff auf einen Polizisten während der Kirmes in Dittershausen und dem Überfall auf drei Jugendlich in Todenhausen seien die Täter alkoholisiert gewesen

Laut Horn sind die Freien Kräfte aktuell durch Prozesse geschwächt und hätten keine Führungsfigur. Zu beobachten sei, dass Kontakte zum Freien Widerstand Kassel geknüpft würden. Diese rechte Gruppe setze eher auf politische Meinungsmache statt auf Gewalt.

Quelle: HNA

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