Fritzlarer Fraktion löst sich auf, wenn sie nicht doch noch Kandidaten findet

Freie Wähler vor dem Aus

+
Keine Politik mehr: Heinz Willi Dubiezlig hört auf.

Fritzlar. Wenn nach der Kommunalwahl im März die Fritzlarer Stadtverordnetenversammlung zu ihrer ersten Sitzung zusammentritt, werden die Stühle der Freien Wähler leer bleiben. Die Fraktion löst sich auf, es sei denn es geschieht noch ein kleines Wunder.

Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) hat keine Kandidaten gefunden, die sich in der Kommunalpolitik engagieren wollen, weder im Ortsbeirat, noch in der Stadtverordnetenversammlung. Über die bisherige Fraktion sagt deren Vorsitzender Heinz Willi Dubielzig: „Wir sind ja auch nicht mehr so ganz junge Leute.“

Dubielzig ist 60 Jahre alt, sein Kollege Friedhelm Plogmann 65 und Klaus Haensel 55. Gerne, so sagt Dubielzig, hätte man junge Nachwuchskräfte gehabt, um sich mit neuem Elan zu engagieren. Sie hätten Bekannte und Verwande angesprochen und auch per Brief geworben, alles vergeblich. „Es ist den Leuten wohl zu viel Arbeit“, sagte Dubielzig, äußerte aber auch Verständnis.

Viele Menschen seien heute mehr denn je beruflich eingebunden und könnten nicht mal eben einen Tag frei nehmen, um für die Politik Zeit zu haben. Die Schichtarbeit nehme immer weiter zu.

Arbeit, aber auch Spaß

Der Zeitaufwand sei unterschiedlich hoch. Es bedeute aber beispielsweise einen hohen Aufwand, sich in einen Haushaltsplan einzuarbeiten. Bei der Umstellung auf die neue Haushaltssystematik Doppik gab es spezielle Lehrgänge, um sie zu verstehen. Natürlich habe das alles auch Spaß gemacht, bilanziert der pensionierte Polizist Dubielzig, der die FWG-Fraktion seit ihrer Gründung vor 14 Jahren leitete.

Die Freien Wähler hätten in dieser Zeit einiges erreicht, glaubt der scheidende Fraktionschef. So habe vor 14 Jahre ein ziemliches Durcheinander im Stadtparlament geherrscht. Inzwischen sei der Ton viel sachlicher, was auch ein Verdienst der FWG sei. Auch an der Stadtentwicklung hätten die Freien Wähler gut mitgewirkt.

Geblieben ist es über die Jahre beim Anspruch, keine Partei, sondern eine Interessengemeinschaft zu sein: „Wir sind Bürger, die ihre Stadt mögen.“ Das bedeutete in der Praxis, dass die Fraktion häufig nicht einheitlich abstimmte, in den Parteifraktionen die absolute Ausnahme.

Dubielzig trat entschieden der Vermutung entgegen, das Aus der FWG könne mit persönlichen Probleme zusammenhängen: „Wir verstehen uns gut.“

Beratung angeboten

Sollten sich doch noch Fritzlarer bereit finden, für die FWG anzutreten, beraten die bisherigen Stadtverordneten sie gern. Dann könnten auch nach der Wahl wieder Freie Wähler im Rathaussaal sitzen.

Kontakt: Heinz Willi Dubielzig, Tel. 05622/797692.

Quelle: HNA

Kommentare