Freie Wähler wollen raus aus Touristischen Arbeitsgemeinschaften

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Region vermarkten: Martin Gille ist dafür, den Schwerpunkt auf Radtourismus zu legen. Das Bild zeigt ein Hinweisschild für den Fernradweg R1.

Melsungen. Kennen Sie St. Peter im Schwarzwald? Das ist eine Touristische Arbeitsgemeinschaft (TAG) in Baden-Württemberg. Oder kennen Sie das Mainland Miltenberg-Churfranken oder das Spessarträuberland? Das sind Touristische Arbeitsgemeinschaften in Bayern, die zum Teil sogar mehrere Kreise umfassen.

Aber die Erlebnisregion Mittleres Fuldatal ist bekannt. Schließlich gehören unsere elf Kommunen von Guxhagen bis Ronshausen zur TAG.

Die Freien Wähler Melsungen stellen in der kommenden Sitzung der Stadtverordneten den Antrag, die Mitgliedschaften in der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Tourismus-Service-Erlebnisregion Mittleres Fuldatal sowie im Verein Kurhessisches Bergland zu kündigen.

In der Begründung heißt es unter anderem, dass der Nutzen für die Stadt bei beiden Mitgliedschaften gering sei. So habe es beispielsweise über die „Tourismus-Service-Erlebnisregion Mittleres Fuldatal“ keinerlei Reservierungen für das Hotel- und Gaststättengewerbe gegeben. Auch sei der Nutzen eines sperrigen Tourismus-Kataloges und Anzeigen in der Apotheken-Umschau fragwürdig. „Die Mitgliedschaft in der TAG kostet die Stadt Melsungen zwar nur 6600 Euro jährlich, aber der Gegenwert ist gering“, sagt Fraktionsvorsitzender Martin Gille.

Die Anzeige in der Umschau habe seines Wissens mehrere zehntausend Euro gekostet. Das Kurhessische Bergland werde über eine Umlage beim Kreis von den beteiligten Kommunen finanziert. Das Budget der beiden Organisationen betrage mehr als 350 000 Euro jährlich.

Grimm-Heimat ausbauen

Statt vieler Arbeitsgemeinschaften im Landkreis sei es sinnvoller, alle Kommunen stärker unter dem gemeinsamen Dach der Grimm-Heimat Nordhessen zu vermarkten.

Das Mittlere Fuldatal und allen voran die Stadt Melsungen sollten sich auf Rad- und Wandertouristen beschränken und diese Zielgruppe ansprechen. „Wir müssen unsere Angebote zum Beispiel an die Vermarktung des Radweges R1 knüpfen“, fordert er. Als einzige Stadt in der Touristischen Arbeitsgemeinschaft habe Melsungen seit 1958 eine privatrechtliche Tourismusorganisation auf Vereinsbasis mit kommunaler Unterstützung. Die Melsunger Tourist-Info leiste seit Jahren eine gute Arbeit. Die dafür im Haushalt ausgewiesenen 77 000 Euro seien sinnvoll investiert.

Über die Erlebnisregion Mittleres Fuldatal habe er einen Prospekt angefordert, der kam mit einem Anschreiben und stammte aus dem Jahr 2004. Damit sei der Katalog schon lange nicht mehr auf dem aktuellen Stand, sagt Gille.

Ein kurioses Ergebnis habe er erzielt, beim Versuch, eine Reise über die Internetseite des Kurhessischen Berglandes zu buchen. „Ich landete immer auf der Seite eines Hotels. Egal welche Kategorie und welches Angebot ich wählte“, sagt Gille. Der Grund sei einfach, verlinkt seien nur teilnehmende Hotel- und Gaststättenbetriebe.

Eine umfassende und seriöse Information von Touristen sehe definitiv anders aus, bemängelt er.

Quelle: HNA

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