Freispruch nach Messerstecherei: Ablauf der Attacke in Zierenberg unklar

Kassel/Zierenberg. Mit einem Freispruch ist der Prozess um eine lebensgefährliche Messerstecherei in Zierenberg zu Ende gegangen. Das Amtsgericht hielt es nach vier Verhandlungstagen nicht für erwiesen, dass der angeklagte 50-Jährige den neuen Freund seiner Noch-Ehefrau mit einem Klappmesser angegriffen hat.

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Fest stand nur: Das 23-jährige Opfer hatte am 23. Oktober 2013 in der Wohnung der Frau zwei Stiche in den Oberkörper erlitten – bei einem Streit, der der blutige Höhepunkt eines jahrelangen Ringens des Angeklagten um seine Ehe gewesen war. Was an jenem Tag genau geschehen sei, lasse sich aber nicht mehr zweifelsfrei feststellen, erklärte Richterin Ferchland. „Es bleibt im Nebel.“

Der Angeklagte hatte behauptet, dass die Messerattacke nicht von ihm, sondern von seinem Widersacher ausgegangen sei – und es zu den Verletzungen des 23-Jährigen im anschließenden Gerangel gekommen sein müsse. „Ob das so war, wissen wir nicht“, sagte die Richterin.

Angesichts der zahlreichen Widersprüche in der Aussage des Opfers könne man es aber nicht ausschließen. Mit dem Urteil folgte das Gericht der Forderung der Verteidigung. Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten dreieinhalb Jahre Gefängnis wegen gefährlicher Körperverletzung verlangt. (jft)  

Archiv-Video: Blutige Messerattacke

Quelle: HNA

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