Positive Bilanz nach einem Jahr BFD im Landkreis Kassel

Freiwilligendienst schließt Zivi-Lücke

Kreis Kassel. Der Bundesfreiwilligendienst hat im Landkreis Kassel die Lücke schließen können, die mit dem Ende des Zivildienstes entstanden war.

Seit einem Jahr gibt es den Bundesfreiwilligendienst (BFD). Im Landkreis sind nach Auskunft des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln aktuell 29 Männer und 21 Frauen im Einsatz. Bundesweit sind es derzeit 30.000 und die Nachfrage sei groß.

Der BFD steht Männern wie Frauen unabhängig vom Jahren offen. Meist dauere der Dienst ein Jahr, sagt Antje Mäder, Sprecherin des Amtes.

Im gesamten Jahr 2010 arbeiteten 118 Zivildienstleistende im Landkreis Kassel. Das entspricht etwa den 50 Stellen beim BFD. Die Zivis waren nur sechs Monate beschäftigt.

Bufdis werden die Bundesfreiwilligendienstleistenden genannt. Deren Anerkennung wurde den Stellenanbietern möglichst einfach gemacht: „Jede Zivistelle wurde in eine BFD-Stelle umgewandelt“, sagt Mäder. So gebe es in Deutschland über 100.000 Stellen. Vom Bund gebe es aber nur Zuschüsse für 35.000 Einsatzstellen, dies entspreche etwa den zuletzt tätigen 70.000 Zivildienstleistenden.

Die Dienste seien aber nicht vergleichbar, sagt Mäder. Auch wenn der überwiegende Teil der Bufdis, wie damals die Zivis, im Pflege- und Betreuungsbereich tätig sei. Der BFD ist auch älteren Menschen zugänglich und bietet beispielsweise Aufgabengebiete im Sport, der Kulturarbeit und der Denkmalpflege.

Die neue Wahlfreiheit macht sich bemerkbar. Während zum Beispiel der Arbeiter Samariter Bund (ASB) Kassel-Nordhessen über Bufdi-Mangel und Personalnot klagt, waren im Staatstheater Kassel bis vor kurzem fünf Stellen des Dienstes besetzt. Trotzdem übt Sandra Bock vom Staatstheater Kritik. So sei beispielsweise das Anmeldeverfahren für Bufdis zu kompliziert.

Von Damai D. Dewert und Juri Auel

Quelle: HNA

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