Freiwilliges Kirchgeld: Kirchenkreis knackt 100.000-Euro-Marke

Dekan Dr. Gernot Gerlach

Wolfhagen. Die 100.000 Euro-Marke ist geknackt. Im sechsten Projektjahr hat der Evangelische Kirchenkreis Wolfhagen mit dem Freiwilligen Kirchgeld exakt 102.113,07 Euro an Spenden rekrutiert - ein Plus von fast 10.500 Euro gegenüber dem Vorjahr.

Die Steigerung von 11,4 Prozent wertet Dekan Dr. Gernot Gerlach als deutlichen Beweis dafür, wie eng die Bindung der Spender zu ihrer jeweiligen Kirchengemeinde ist.

Wolfgang Hanske

Denn beworben werden beim Freiwilligen Kirchgeld, das 2006 von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) im hiesigen Kirchenkreis als Pilotprojekt eingeführt worden war, von wenigen Ausnahmen abgesehen ausschließlich örtliche Projekte. Die Bandbreite reicht dabei von Gebäudesanierung über Kirchenmusik bis zur Jugendarbeit. Diese konkreten und von den einzelnen Kirchengemeinden auch dokumentierten Ziele seien wohl ausschlaggebend, meint Pfarrer Wolfgang Hanske (Istha/Oelshausen), dass im Kirchenkreis weiter viel Geld in die Spendentöpfe fließe, während das Spendenaufkommen bundesweit rückläufig ist.

Joachim Pothmann

Von den mittlerweile 23 Gemeinden von 25 im Kirchenkreis, die sich am Kirchgeld beteiligen, wurden für insgesamt 77 Projekte geworben. 16 von ihnen hatten zusätzlich zu lokalen Zielen das Kirchenkreis-Großprojekt, das der Kinderarmut entgegenwirken soll, auf ihre Liste genommen und erzielten dafür Spenden von zusammen 6 507 Euro. „Dieses Thema wird auch in der nächsten Kirchgeld-Runde eine zentrale Rolle spielen“, so Dekan Dr. Gerlach. Dann - die Spendenaktion läuft von Oktober 2012 bis März/April 2013 - werde es kirchenkreisweit um das „Mach mit“-Projekt gehen. Dabei soll in Zusammenarbeit mit der Wolfhager Tafel ein Raum zur Begegnung und zum Mitmachen für sozial schwache und in Armut lebenden Menschen entstehen.

Die aktuelle Spendensumme, die in dieser Höhe nicht erwartet worden war - schließlich hatte es im Vorjahr erstmals seit Einführung des Pilotprojekts mit einem Minus von 3 342 Euro einen leichten Einbruch gegeben, sei nicht nur von aktiven Kirchenmitgliedern gekommen, weiß Pfarrer Joachim Pothmann, der bei der EKKW für das Spendenwesen verantwortlich ist. Viele Spender kommen nach Angaben Pothmanns aus „eher kirchenfernen“ Kreisen, von Leuten, die weder regelmäßige Kirchgänger sind, noch sich an gemeindlichen Aktivitäten beteiligen. Es mache durchaus Sinn, so Pothmann, bei diesen Menschen mal die Gründe für ihre Spendenbereitschaft zu hinterfragen. Daraus könne die Kirche sicher Anregungen für effektive und „nahe“ Arbeit erhalten.

Quelle: HNA

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