Fremde werden Freunde: Treffen der Kulturen beim Fest der Begegnung

Traten am Samstagnachmittag auf der Bühne auf: Esther, Jolina und Jessica (von links) war extra aus Mönchengladbach in die Schwalm gereist, um das Fest zu besuchen.

Treysa. Vier Tage lang feierten die Schwalmstädter beim 17. Weindorf an der Treysaer Totenkirche: Doch nicht nur abends war das Ruinengelände Treffpunkt vieler Menschen. Am Samstagnachmittag hatte der Arbeitskreis Toleranz und Menschenwürde zum 15. Fest der Begegnung eingeladen.

Dahinter steckt die Idee, Menschen unterschiedlicher Kulturkreise sowie Menschen mit Behinderungen zu integrieren und ihnen ein Podium zu bieten.

Der Arbeitskreis für Toleranz und Menschenwürde setzt sich für die Belange und Sorgen von Menschen mit Migrationshintergrund ein. Derzeit betreuen die ehrenamtlichen Mitarbeiter 82 Menschen. Viele von ihnen nutzten am Samstag das gute Wetter, um es sich an der Totenkirche gemütlich zu machen.

Weindorf an der Treysaer Totenkirche

Die Schwälmer Gourmet-Köche reichten Waffeln, die islamische Gemeinde hatte türkische Spezialitäten vorbereitet.

Auf der Bühne musizierte die Jukas der Hephata-Diakonie, Esther, Jolina und Jessica – drei aus dem Kongo stammende junge Damen – sangen landestypische Lieder. Finale des Weindorfes war der Familiennachmittag am Sonntag. Zum ersten Mal stellten Mitglieder des Oldtimerclubs ihre alten Karossen aus, dazu gab es Livemusik, Leckereien und Spiele für Kinder. Höhepunkt war ein Wettbewerb für Nachwuchsmusiker, organisiert von der Stadt Schwalmstadt, der Jugendpflege, der Pepperlang Group und dem Förderkreis Kinder in Schwalmstadt. Vier Bands und eine Solokünstlerin traten vor Jury und Publikum. In die Bewertung mit ein floss der Applaus. Siegerin wurde die 13-jährige Laura Frohnert aus Niedenstein. Sie wird am 3. September bei der Veranstaltung „Rock für Toleranz“ an der Totenkirche auftreten. Platz zwei ging an die Wasenberger Metalband „Broken Resistance“.

Insgesamt fällt die Bilanz des 17. Weindorfes positiv aus: „Dieses Weindorf war für die Winzer und Schwalmstadt eines der guten“, sagt Jochen Böttger von der Stadt. Donnerstag- und Freitagabend seien überdurchschnittlich gut besucht gewesen, die restlichen Tage zufriedenstellend.

„Das Publikum war sehr gemischt, viele ältere, am Samstag überwiegend junge Leute“, erklärt Böttger. Die Oldtimershow und der Bandwettbewerb seien ebenfalls gut angenommen worden. (zsr)

Quelle: HNA

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