Im Lebendigen Bienenmuseum Niederbeisheim ist der Klimawandel an den Insekten abzulesen

Fremde Wespenarten im Anflug

Neues aus der Bienenwelt: Hans-Joachim Flügel zeigt Rebekka Kolischan aus Mosheim eine Holzbiene. Foto: Thiery

Niederbeisheim. An den Insekten lässt sich der Klimawandel ablesen. Das sagt Hans-Joachim Flügel, Biologe und Betreiber des Lebendigen Bienenmuseums in Niederbeisheim.

Seit Jahren beobachtet er, dass neue Bienenarten und Wespen aus der Mittelmeerregion auf seinem Gelände im Naturgarten auftauchen. Anlässlich des Geo-Tages der Artenvielfalt zeigte er das auch den Museumsbesuchern.

„Die Lebensbedingungen für die Tiere haben sich verbessert, weil es wärmer ist“, erläuterte Flügel. So sei die blauschillernde Sandbiene, die ursprünglich im Rheintal lebt, seit diesem Jahr auch in Niederbeisheim zu Hause. Der Experte arbeitet mit der Universität in Fulda zusammen und teilt seine Beobachtungen mit anderen Biologen.

Rückkehr an die Lahn

Viele Wespenarten kommen über das Rhônetal und den Rhein nach Deutschland, weiß Flügel. Die Blaue Holzbiene zum Beispiel stamme aus dem Rhein- und Lahntal, zog dann in den Süden und kehrte an die Lahn zurück.

Seit 2006 hat sie eine festen Platz im Insektenhotel im Knüll. Sie nistet in morschem Holz, daher stammt auch ihr Name. Der Zuzug von Arten wie der Furchenbiene und der Heide-Feldwespe sei ein klares Indiz dafür, dass sich das Klima verändere.

Einige Insektenarten hätten sich längst etabliert, was nicht immer positiv sei. So wanderten immer mehr Stechmücken in nördliche Gebiete ein, die Krankheitskeime in sich tragen können. „Damit könnte Malaria und die Schlafkrankheit wieder ein Thema werden,“ warnte Hans-Joachim Flügel. (zty)

Quelle: HNA

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