Auszeichnung für Erich Musack, Helmuth Weidemeyer und Stadt Neukirchen

Freunde ohne Grenzen

Für Europa: Bürgermeister Klemens Olbrich, Dietmar Woesler, (Forum Internationale Partnerschaft), Stefan Lotz, Helmuth Weidemeyer, Erich Musack und Europastaatssekretär Mark Weinmeister (von links).

Neukirchen. Zwei Namen stehen in Neukirchen für Freundschaft und Begegnung: Helmuth Weidemeyer und Erich Musack. Beide wurden im Neukirchener Rathaus für ihr Engagement in der Partnerschaftsarbeit ausgezeichnet. Zudem erhielt die Stadt Neukirchen die Friedensmedaille des Forums Internationale Partnerschaft. Dessen Leiter Dietmar Woesler überreichte die Auszeichnungen.

Zu Gast waren neben vielen Neukirchenern auch Gäste der Partnerschaftsvereine aus Fritzlar, Naumburg und Calden sowie der Europastaatssekretär Mark Weinmeister. Die Mandolinengruppe Seigertshausen stimmte musikalisch auf den Festakt ein.

Seit 1991 ist die Stadt mit Longpont-sur-Orge in Frankreich und Nagynyarad in Ungarn verpartnert. Weinmeister verglich die Verbindung mit einer Ehe: „Am Anfang ist alles spannend, langfristig gilt es aber, die Verbindung mit Leben zu füllen.“ Gerade heute – in Zeiten der Ukraine-Krise – sei die Gemeinschaft der Staaten wichtiger denn je.

Die deutsch-französische Freundschaft etwa gelte als Pfeiler der guten Verbindung: „Denn nicht Staaten, sondern nur Menschen können miteinander befreundet sein.“ Dietmar Woesler erläuterte, dass es in Hessen aktuell 812 Partnerschaften gebe. Zwei davon pflege in besonderer Weise die Stadt Neukirchen.

Personifizierte Partnerschaft

Für den Patenschaftsverein Neukirchen stehe Helmuth Weidemeyer, der die Arbeit von 1991 bis 2014 als Vorsitzender vorantrieb. Olbrich, der die Ehrung vornahm, sagte: „Du bist die personifizierte Partnerschaft.“ In Stefan Lotz habe man einen jungen, neuen Vorsitzenden gefunden. Weidemeyer versprach ihm: „Ich und meine Frau bieten aber weiterhin jede Hilfe an – wann immer sie gebraucht wird.“

Erich Musack steht bis heute dem Partnerschaftsverein Seigertshausen vor. „Du bist die Seele des Ganzen“, lobte Olbrich den Einsatz – und das trotz gesundheitlicher Einschränkungen. „Erich Musack kennt in der Partnerstadt jede Straße. Und jeden Weinkeller.“ Das bestätigte der Seigertshäuser lächelnd und freute sich sichtlich über die Auszeichnung: „Ein Drittel der Seigertshäuser haben Ungarn gesehen“, erklärte er.

Woesler ermutigte die Stadt und alle Neukirchener, die Freundschaft weiter mit so viel Leben zu füllen und gab einen kurzen Ausblick: Die Zukunft der Partnerschaften hänge maßgeblich vom Nachwuchs ab. In Umfragen, ob wir die EU bräuchten, hatten sich unlängst 48 Prozent der Bürger dafür ausgesprochen.

„Nicht Staaten, sondern nur Menschen können miteinander befreundet sein.“

europastaatssekretär Mark weinmeister

In einer Befragung unter Jugendlichen sei das Votum jedoch deutlicher ausgefallen – 99 Prozent. „Für sie ist Europa die Zukunft.“ Allerdings müsse die Politik aufpassen, dass das Ganze nicht durch zu viel unsinnige Bürokratie an den Menschen vorbei gleite.

Nur noch ein Prozent der Kommunen stellten aktuell Förderanträge für Partnerschaften. „Die sind es leid“, resümierte Woesler. „Was wir brauchen, ist eine bürgerzugewandte Förderpolitik. Und junge Leute brauchen Anerkennung und Ermutigung.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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