Unbekannte sägten Gehölze zweier Kinder ab – Die Familie ist fassungslos

Frevel an Lebensbäumchen

Nur noch Stummel: Jährlich werden in Grebenhagen auf einer Wiese Bäumchen für Neugeborene gepflanzt. Von zweien fehlt jede Spur. Sie wurden von Unbekannten abgesägt. Fotos: privat

Grebenhagen. Es waren die Bäume zweier Grebenhagener Kinder – den beiden gewidmet zur Geburt. Jetzt stehen da, wo im Laufe der Jahre als Sinnbild für ihr Leben einmal zwei Apfelbäume Früchte tragen sollten, nur noch zwei daumengroße Stummel. Abgesägt und gestohlen wurden die zwei Bäumchen auf der Wiese nahe dem Grebenhagener Festplatz in der Nacht zum Karsamstag. Die Täter: unbekannt.

Der materielle Schaden, den diese Baumfällaktion hinterlässt, ist gering, die seelische Verletzung aber ist groß: „Wir verstehen die Welt nicht mehr“, sagt Werner Haas, der Großvater der beiden Kinder, die Cousin und Cousine sind. „Wer kann uns so etwas Böses wollen.“ Regelmäßig haben der Junge und das Mädchen, zwei und fünf Jahre alt, ihre Apfelbäumchen besucht, gegossen und das Wachstum „ihrer Bäume“ bewundert. Und nun ist da nichts mehr, außer den Pfählen mit den Namensschildern, die den noch jungen Stämmchen Stand bieten sollten.

Fassungslos zeigt sich Bürgermeister Jürgen Kaufmann. Das stelle nicht nur eine Sachbeschädigung von städtischen Eigentum dar, sondern auch „eine ungeheuere Verletzung der Familie, vor allem der Kinder, denen die Bäumchen gewidmet waren“. Seit 1986 pflanzt die Stadt Schwarzenborn gemeinsam mit den Familien auf der Wiese jährlich für neugeborene Kinder in Grebenhagen einen Setzling. 32 Bäume stehen inzwischen dort. Im vergangenen Herbst hat das erste Kind, dem ein Bäumchen gepflanzt wurde, nun schon seinem Kind ein Bäumchen gepflanzt.

Gerüchteküche brodelt

In den beiden Schwarzenborner Stadtteilen brodelt inzwischen die Gerüchteküche. Empörung und Ratlosigkeit macht sich angesichts dieser Freveltat breit. Verdächtigungen werden hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen. Auch wird gerätselt, ob die Tat nicht mit der Organisation des Osterfeuers in Verbindung zu bringen ist, das in unmittelbarer Nähe der Bäumchenwiese stattfand.

Bis jetzt hatte die Stadt Schwarzenborn den Tätern Zeit gegeben, sich zu melden. Nun hat Bürgermeister Jürgen Kaufmann die Straftat zur Anzeige gebracht. Nicht nur feige nennt er die Tat, auch sei die Grenze zum Dummenjungenstreich bei weitem überschritten worden.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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