Polnisch-deutsche Freundschaft hält seit zehn Jahren

Den Frieden sichern

Seit zehn Jahren verbunden: Zum Festakt gratulierten von links Landtagsabgeordnete Regine Müller, Klaus Wetzlar vom Gemeindevorstand, Bernadete Madej (Ehefrau des Polnischen Bürgermeisters), die Bürgermeister Günther Schlemmer aus Jesberg und Marek Madej, Gerd Höfer und Sylvia Schlemmer. Foto: Hebeler

Jesberg. Wenn ein polnischer Bürgermeister zwei Stunden für einen kleinen Einkauf im Lebensmittelmarkt benötigt, weil er von so vielen Menschen angesprochen wird, dann sei das wahre Freundschaft, schilderte Bürgermeister Marek Madej aus Wysoka. Er verbrachte mit einer Delegation von 46 Vereinsvertretern und Privatpersonen aus Wysoka das Wochenende in Jesberg, um eine zehn Jahre währende Freundschaft zwischen den Partnergemeinden zu feiern.

Jugend mehr einbeziehen

Was 2002 auf Anregung des Landkreises begonnen habe, werde nun von den Menschen in den beiden Partnern gelebt: Schützenverein und Feuerwehren pflegen die Freundschaft, erläuterte Bürgermeister Günter Schlemmer. Er wünschte sich jedoch, dass die Jugend noch mehr einbezogen werde, damit das Ziel der Partnerschaft, die Freundschaft und das friedliche Miteinander dauerhaft zu sichern, noch besser erreicht werde.

Einen Vorstoß in diese Richtung wagte Michel Kretecki, ein pensionierter Lehrer aus Wysoka. Er war Gast in der Kellerwaldschule, erzählte er gegenüber der HNA, und beantwortete dort Fragen von Kindern.

Vor drei Jahren hatte der Schützenverein Elnrode-Strang zu seinem 40-jährigen Bestehen die Schützenbrüder aus Wysoka eingeladen. Überrascht stellten sie fest, welch hohen Stellenwert der Schützenverein in Polen hat. Dort würden Sportschützen im Gottesdienst auf die Vereinsfahne vereidigt, berichtete Jürgen Heide, der stellvertretende Vorsitzende der Schützen in Elnrode-Strang.

Eiche für Wysoka

Der Motor der Freundschaft sei das Unternehmen Drüsedau gewesen. Die Holzfimra hat unweit von Wysoka eine Niederlassung. Wolfgang Drüsedau sei sein bester Deutschlehrer, schmunzelte Marek Madej. Mit einem Transporter habe die Gemeinde eine junge Jesberger Eiche nach Wysoka gebracht und dort gepflanzt.

Zur Feier hatten die Polen einen Chor mitgebracht, der im Wechsel mit den Chören aus Elnrode, Jesberg und Hundshausen mit seinen Liedern unterhielt. Zum Abschluss des Abends spielten Live-Style Music mit Michael Korell und Nils Ulloth zum Tanz.

Den anstrengendsten Part hatte während der drei Tage Thomas Gabriel, der als Übersetzer zu jeder Zeit gefragt war und mit Bedacht und viel Charme die Reden mal ins Deutsche, mal ins Polnische übersetzte. (zeb)

Quelle: HNA

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