Seit 1988 Feier vor ehemaliger Synagoge

Frieden: Es leuchtete Schalom

In der Stille: Gemeinsam mit den Besuchern der Frielendorfer Gedenkveranstaltung entzündeten auch, von links, Galina Axt und Anette Kimpel Kerzen. Foto: Grede

Frielendorf. Das Wort hebräische Wort Schalom, Friede, nachgezeichnet von Kerzen auf den Pflastersteinen vor der ehemaligen Synagoge in Frielendorf: Dieses schlichte, aber eindrucksvolle Bild nahmen die knapp 50 Besucher der Frielendorfer Gedenkveranstaltung anlässlich des 73. Jahrestages der Reichspogromnacht mit nach Hause.

Seit 1988 treffen sich an diesem Tag in Frielendorf Menschen, um zu trauern, Schuld zu bekennen und sich gegen das Vergessen zu stemmen.

Große Gemeinde

Bürgermeister Birger Fey erinnerte an die jüdische Gemeinde in Frielendorf. 1867 gehörten der Frielendorfer Synagogengemeinde 137 Menschen an. Es entwickeltete sich ein eigenständiges religiöses Leben, zu der eine Synagoge, eine Elementarschule und ein eigener Friedhof zählte. 1933 begann der bittere Leidensweg der jüdischen Frielendorfer. Den vorläufigen Höhepunkt der Judenverfolgung stellte auch in Frielendorf die Reichspogromnacht 1938 dar. 14 Juden lebten damals noch in Frielendorf. Die Synagoge wurde geschändet, Häuser wurden mit Steinen beworfen. Beispielhaft erinnerte Fey an Ida Hahn, geb. Moses, die 1943 in Theresienstadt umkam, und Siegfried Moses, der 1943 in Auschwitz ermordet wurde.

Die Pfarrer Marco Firnges und Richard Heymann-von der Lühe gestalteten die Andacht. Firnges stellte die Nächstenliebe in den Mittelpunkt seiner Andacht. Mahnend intonierte der Posaunenchor des Kirchspiels, der die Feierstunde musikalisch begleitete, den Ruf des Chorals „Kehret um“.

Still entzündeten die Besucher zum Abschluss ihre Kerzen und zeichneten mit den hebräischen Buchstaben des Worts Schalom eine Spur des Lichts vor Frielendorfs ehemaligen Synagoge. (syg)

Quelle: HNA

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