Friedhelm Wagner sah alle EM-Spiele der Nationalelf im Krankenhaus

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Fußballfan: Friedhelm Wagner musste bis jetzt alle Spiele der deutschen Mannschaft von seinem Bett im Melsunger Krankenhaus aus anschauen.

Melsungen. Ruhig ist es am Freitag um 20.45 Uhr in den Gängen des Melsunger Krankenhauses. Durch ein geöffnetes Fenster dringen die Rufe der Fußballfans, die auf der Freundschaftsinsel zusammen das Viertelfinale der Europameisterschaft von Deutschland gegen Griechenland schauen.

Im ersten Stock auf Station drei sitzt Friedhelm Wagner in Jogginghose und T-Shirt auf seinem Bett. Das Kopfende ist hochgestellt und der 59-jährige Patient lehnt sich gegen das Kissen. Über seinem Kopf hängt eine Deutschlandfahne.

„Die hängt da schon seit Beginn der EM“, sagt Wagner. Alle Spiele der deutschen Elf musste sich der Spangenberger von dem Krankenhausbett aus ansehen. Er ist am Herzen operiert worden. „Ich habe einen Stent bekommen“, sagt der Fan des FC Bayern München. Der 59-Jährige war schon in vielen Fußballstadien: Hamburg, Hannover, Frankfurt – besonders gut hat Wagner das Stadion in München gefallen.

„Mit anderen Fußball gucken macht schon mehr Spaß“, sagt er. Spannend sei es aber immer. Egal, ob allein in einem Krankenzimmer, mit Freunden vor dem Fernseher oder mit Tausenden in einem Stadion. Auch das typische Bier zum Fußballspiel vermisst Wagner im Krankenhaus nicht.

„Hier sind nicht viele Fußballinteressierte“, sagt er. Beim letzten Spiel der deutschen Elf waren die zwei anderen Betten in seinem Zimmer noch belegt. Einer seiner Zimmergenossen habe auch Fußball geschaut, den anderen habe das Ganze überhaupt nicht interessiert.

Melsunger das Spiel am Freitag

Melsungen guckt das Viertelfinale

Das Viertelfinale der deutschen Mannschaft war schon den ganzen Tag über Thema im Zimmer von Wagner. „Die Schwestern haben mich gefragt, was ich tippe“, sagt der Vater von drei erwachsenen Kindern. 3:0 für Deutschland hat Wagner geantwortet. Einmal lag er bei der Europameisterschaft mit seinem Tipp schon richtig: Die zwei Treffer von Gomez im Vorrundenspiel gegen die Niederlande hat er vorausgesagt.

„Das gewinnen wir heute, das sieht man schon.“

Schon kurz nach dem Anpfiff ist Wagner sich sicher: „Das gewinnen wir heute, das sieht man schon.“ Zu viel Aufregung seien die EM-Spiele der deutschen Nationalmannschaft für den erst kürzlich am Herzen operierten 59-Jährigen nicht. „Das hat bei mir ja nichts mit Bluthochdruck zutun“, sagt Wagner.

Während der 59-Jährige Fußballfan in seinem Zimmer mit der deutschen Nationalmannschaft mitfiebert und gespannt dem Klang des Stadionsprechers über seine Kopfhörer lauscht, herrscht im Schwesternzimmer Routine. Dort gibt es keinen Fernseher.

Quelle: HNA

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