Warten auf verbindliche Aussage der Gemeinde

In der Wichter Friedhofhalle zieht’s - Gebäude soll umgebaut werden

So sieht sie aus: Die Friedhofshalle in Wichte ist an einer Seite offen. Außerdem bemängeln Ortsvorsteher Dieter Reichel (links) und sein Stellvertreter Rolf Diederich, dass nicht genug Menschen darin Platz finden. Foto: Kamisli

Wichte. Eine neue Friedhofshalle wünschen sich die Wichter schon eine ganze Weile. Und sie wären auch bereit, etwas dafür zu tun, sagen Ortsvorsteher Dieter Reichel und sein Stellvertreter Rolf Diederich. Die Hälfte der Kosten für die neue Halle wären sie bereit, selbst aufzubringen.

Ein Anfang sei schon gemacht, der Erlös eines Festes sowie einige Spenden sind bereits zurückgelegt. Die andere Hälfte der Kosten sollte idealerweise die Gemeinde tragen.

„Was fehlt, ist eine Antwort der Gemeinde“, sagt Ortsvorsteher Dieter Reichel. Die habe sich seit 2011 nicht verbindlich dazu geäußert, ob und in welchem Umfang sie sich an dem Projekt beteiligen würde. Davon, sagen Reichel und Diederich, hänge aber das weitere Vorgehen des Ortsbeirates und der Vereinsgemeinschaft ab.

Der Ortsvorsteher bemängelt, er habe vom Bürgermeister die Auskunft bekommen, dass, bevor die Gemeinde über eine Beteiligung entscheide, die Finanzierung von Seiten der Vereinsgemeinschaft gesichert sein müsse.

„Wir können aber ja erst um Spenden werben, wenn wir wissen, ob wird eine grundsätzliche Zustimmung der Gemeinde bekommen“, sagt Reichel.

Nötig sei die Erweiterung der Friedhofshalle, weil sie viel zu klein und nach vorne geöffnet sei. „Ein besserer Unterstand - mehr ist das nicht“, sagt Reichel. Wer keinen Platz in der Halle findet, ist auf dem Vorplatz Wind und Wetter ausgesetzt. In der erweiterten Halle gebe es zirka 60 Sitzplätze. „Ohne Eigenleistung würden die Kosten dafür bei zirka 40.000 Euro liegen“, sagt Reichels Stellvertreter Diederich.

Den Entwurf und den Kostenschätzplan hat Alexander Reichel, Dieter Reichels Sohn, der Architekt ist, ehrenamtlich für den Ortsbeirat erstellt. Der habe auch dem Gemeindevorstand vorgelegen und sei vom Architekten vorgestellt worden. „Wir sind dann darum gebeten worden, die Planung zu überarbeiten“, sagt Reichel.

Der Gemeindevorstand habe einen Einbau von Kassettenwänden angeregt, berichtet Reichel. Im Ortsbeirat habe man entschieden am eigenen Vorschlag festzuhalten.

„Jetzt“, sagt Reichel, „soll sich die Friedhofskommission damit befassen. Doch wir wollen endlich eine Antwort.“ Ob diese negativ oder positiv ausfalle, spiele keine Rolle. „Wir wollen einfach wissen, was Sache ist.“

Das sagt Bürgermeister Herbert Wohlgemuth

„Wir haben uns den Entwurf im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss angesehen und waren der Meinung, dass die in der Kostenschätzung aufgeführten Kosten nicht reichen, um den Bau auch fertig zustellen. Ich habe Herrn Reichel gebeten, eine neue Kostenschätzung vorzulegen. Das ist bisher nicht erfolgt“, sagt Morschens Bürgermeister Herbert Wohlgemuth.

Grundsätzlich sei die Gemeinde gern bereit, bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen und die Gestaltungswünsche zu berücksichtigen. In der Regel mit 50 Prozent. Aber die Initiative müsse ihre Finanzierung vorlegen, bevor die Gemeindevertretung die Ausgabe beschließen könne, sagt Wohlgemuth. Auch die Folge- und Unterhaltungskosten müssten bei der Entscheidung berücksichtigt werden.

Man habe zum Beispiel gar kein Gerüst, um den geplanten Hochbau zu unterhalten. Im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss sei man zu dem Schluss gekommen, dass für wesentlicher weniger Geld ein Umbau möglich wäre.

Im Winterhalbjahr werde sich auch die Friedhofskommission mit dem Wichter Friedhof beschäftigen.

Von Barbara Kamisli

Quelle: HNA

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