Friedhofkapelle in Oberurff-Schiffelborn ist ein Trauerspiel

+
Der Baumstamm bleibt vorerst stehen: Ortsvorsteher Eduard Dippel und Bürgermeister Michael Köhler haben die Idee, aus dem Holz ein Kreuz fertigen zu lassen.

Oberurff-Schiffelborn. Friedhofshallen sind ein Ort der Trauer. Dort gedenken Angehörige ihrer Verstorbenen. In Oberurff-Schiffelborn ist der Zustand der Friedhofshalle selbst ein Trauerfall.

„Man ist froh, wenn man die Halle wieder zuschließen kann“, sagt Ortsvorsteher Eduard Dippel und zieht die Eingangstür hinter sich zu. So schlecht steht es um das Gebäude aus dem Jahr 1964.

„Es gibt nichts, was nicht angepackt werden muss“, sagt Dippel mit Blick aufs Gebäude. Baustelle Nummer eins ist das Dach. Die Gemeinde Bad Zwesten ist Träger der Halle. Sie stellt in diesem Jahr 18 000 Euro für die Sanierung zur Verfügung. Die Ausschreibung soll im Frühjahr erfolgen.

„Sobald das Geld für das Dach freigegeben ist, packen wir an“, sagt Dippel. Wir, das sind etwa 30 Oberurffer und Schiffelborner, die sich bei der Renovierung einbringen wollen. Neben dem Dach gibt es zwei weitere Baustellen: die Außenfassade und die Innengestaltung. Fichten, Akazien, Rubinen und Gestrüpp haben die Friedhofshalle in den vergangenen Jahren zugewuchert. Von der Halle aus war der gegenüberliegende Friedhof nicht mehr zu sehen. Der Bezug hat gefehlt.

Muss saniert werden: Die im Jahr 1964 errichtete Friedhofshalle in Oberurff-Schiffelborn ist in die Jahre gekommen.

Auch das Gebäude hat unter dem Wildwuchs gelitten. Inzwischen sind die Bäume zwar gefällt, doch der Grünspan liegt weiter auf den einst weißen Wänden. Im Inneren drücken die dunkle Vertäfelung und in Weiß gehaltenen Wände aufs Gemüt von Bürgermeister und Ortsvorsteher. „Das ist trist und bedrückend“, sagt Michael Köhler. Eine Beerdigung sei schon traurig genug. „Und wenn man sich dann noch hier hinsetzen muss“, klagt Dippel. Die Halle hat für ihn den Charme einer Fabrik. Dippel ist sich sicher: Mit ein wenig Farbe und Licht könne man die Halle „wieder zum Leben erwecken“. Er hat sich einige Friedhofshallen angeschaut und Ideen gesammelt. Auch die Bürger sind eingeladen, Vorschläge einzubringen.

Ein Baumstamm hat den Kahlschlag rund um die Friedhofshalle übrigens überstanden. Aus ihm soll ein Holzkreuz gefertigt werden. Eines, das die Friedhofshalle ein Stück weniger trist macht.

Quelle: HNA

Kommentare